- Sonnige Grüße aus Cádiz von unserer IFK-Stipendiatin Jette Sobiech

Die ersten fünf Monate meines Auslandsaufenthaltes neigen sich dem Ende zu und ich möchte euch mit diesem Blogeintrag ein paar Sonnenstrahlen ins kalte Deutschland senden.

Ich habe mich nun endgültig eingelebt, bin im Alltag angekommen und manchmal fühlt es sich hier so an, als hätte ich nie etwas anderes gekannt. In meiner Umgebung, meiner Gastfamilie, der Schule und der spanischen Kultur fühle ich mich immer noch pudelwohl. Jeden Tag, wenn ich die frische Meeresluft rieche und das Wellenrauschen auf meinem Schulweg höre, bin ich dankbar, diese Entscheidung im letzten Jahr getroffen zu haben.

Neben den durchweg positiven Erfahrungen, die ich bisher hier in Spanien machen und erleben durfte, hat mich die Planung des Auslandsjahres und der kommenden Monate so einige Male in den Wahnsinn getrieben. Durch die derzeitige Situation haben sich meine Pläne unzählige Male geändert. Aus einem ganzen Jahr am anderen Ende der Welt, in Australien, wurden vier Monate in Cádiz, Spanien und weitere sechs Monate in Brighton, England. Durch die Mutation des Virus, die hohe Inzidenz in England und die stornierten und verschobenen Flüge hat sich mein Traum, ein paar Monate die englische Luft zu schnuppern, leider auch in Luft aufgelöst. Ich habe nun, nach einigen Monaten voller Ungewissheit, wie die nächsten Schritte aussehen, Klarheit und werde meinen ganzen Auslandsaufenthalt in Cádiz verbringen. Ich hätte mich wirklich sehr gefreut, ein weiteres Land kennenzulernen, noch einmal aus meiner Komfortzone zu treten und neuen Menschen zu begegnen. Ich denke aber, dass ich bestimmt irgendwann noch einmal die Möglichkeit haben werde, England auf eine andere Art und Weise zu erleben und bin sehr dankbar dafür, noch eine Weile hier bleiben zu dürfen. Unglaublich positiv ist dabei, dass ich bei Lola, meiner Gastmama und Sabrina, meiner Gastschwester bleiben darf und mich auch in der Schule noch nicht von meinen Freunden und Freundinnen verabschieden muss.

Ich bin mir auch sicher, dass dieses ständige Hin- und Her mich charakterlich hat wachsen lassen. Ich durfte lernen, dass Spontanität, Offenheit und Anpassungsfähigkeit wichtig sind um gerade in so einer ungewissen Zeit den Durchblick nicht zu verlieren.

Die Situation in Cádiz ist zum jetzigen Zeitpunkt noch entspannter als in Deutschland oder England. Das Verlassen von der Provinz Cádiz ist zwar leider nicht mehr möglich, um andere Städte im Umkreis zu besichtigen, doch die Gastronomie und Geschäfte sind weiterhin geöffnet. Wir dürfen an den Strand gehen und uns mit vier Haushalten verabreden. Außerdem findet mein Schwimmtraining und die Schule in Präsenz statt und ich kann so immer noch viel Spanisch sprechen, hören und lernen. Ich habe also auch die Möglichkeit weiterhin an meinen Freundschaften zu arbeiten, mich ab- und zu mit wenigen Freunden zu verabreden und trotz Maske und 1,5 m Abstand neue Gesichter sehen und kennenzulernen.

Während es in Deutschland regnete und schneite, habe ich die letzten Tage am Strand verbracht, mich so oft wie möglich mit Freunden getroffen und das schönste Wetter in vollen Zügen genossen. 15-20 Grad Celsius in den Wintermonaten, sagen meiner Meinung nach schon sehr viel über die Lebensqualität Andalusiens aus.

Besonders der letzte Monat und die Vorweihnachtszeit haben mir sehr gut gefallen. Wir haben die kleinen Weihnachtsmärkten in Cádiz besichtigt, waren Schlittschuhlaufen im Zentrum der Stadt und haben uns durch alle Weihnachtsspezialitäten Spaniens gefuttert. Auch die Tradition der zwölf Trauben zu jedem Gongschlag an Neujahr durfte natürlich nicht fehlen. Ein gelungener Abschluss dieses verrückten Jahres.

Mit sehr viel Vorfreude blicke ich auf die nächsten Abenteuer und Erlebnisse während meiner verbleibenden Zeit in Cádiz. Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

Saludos y besos de Cádiz

Jette

Roman Kissling schreibt über sein Auslandsschuljahr in Weymouth, England

Zitat

Nachdem ich bereits ein Auslandsjahr in Weymouth (England) verbracht hatte, habe ich mich dazu entschlossen noch ein weiteres Jahr dort zur Schule zu gehen, um mich am A-level (dem britischen Abitur) zu versuchen.

Bereits bei meinem ersten zehnmonatigen Auslandsjahr habe ich Gefallen an der kleinen Hafenstadt Weymouth gefunden. Ich wurde überall mit offenen Armen empfangen und hatte wenig Probleme Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen. Dadurch habe ich nun auch die Möglichkeit das erste Mal selbstständig in einer Wohngemeinschaft zu wohnen und meine Kurse in Biologie, Spanisch und Drama an der Budmouth Academy fortzusetzen.

Der normale Schulalltag sieht ähnlich aus wie in Deutschland. Je nachdem wann ich meine Kurse habe, gehe ich zu Fuß zur Schule oder werde von einer Freundin gefahren. Normalerweise geht der Schulalltag von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr, mit einer Mittagspause. In meiner Schule haben wir viele unabhängige Lernstunden in denen wir die Möglichkeit haben den Stoff zu wiederholen oder Hausaufgaben zu machen. Vor der Mittagspause gehen wir dann in unsere Tutorgruppen, in denen wir über unterschiedliche aktuelle Themen sprechen und uns über den Schulalltag austauschen.

Ich fühle mich sehr wohl in meiner Schule und besonders der Dramaunterricht macht mir sehr viel Spaß, auch wenn das Lesen von Shakespeare oder das Vorspielen vor anderen Klassen als Nichtmuttersprachler zunächst angsteinflößend sein mag, macht es umso mehr Spaß Schritt für Schritt die Texte zu begreifen und vor Anderen vorzuspielen.

In dem Video welches hier verlinkt ist können Sie den Werbefilm der Schule sehen in dem auch ich vorkomme. Vielleicht bin ich ja zu erkennen.

 

Nach der Schule gehe ich meistens nach Hause, um mir Essen zu kochen und noch ein paar Schulsachen zu erledigen, bevor ich mich mit Freunden treffe um entweder in die Stadt, an den Strand oder ins “Gym” zu gehen.

Fast überall hier ist das Meer nicht weit entfernt. So habe ich von meinem Haus zum Beispiel einen schönen Blick auf das Meer und auch in die Stadt ist es nicht mehr als ein zwanzig minütiger Spaziergang. Im Sommer ist Weymouth einer der beliebtesten Urlaubsorte in England. Es wimmelt hier nur so von Touristen.

Durch Corona befinden wir uns jetzt wieder in einem kompletten Lockdown. Die Schulen sind zu, es wird von zuhause gelernt und sogar die A-level Prüfungen wurden abgesagt und es wird nach Alternativen gesucht die Schüler zu bewerten.

Dadurch konnte ich leider nur wenig Nutzen aus der direkten Zugverbindung nach London ziehen. Kleine Trips nach Dorchester, dem Wohnort von Thomas Hardy (nach einem Gedicht von ihm ist auch unsere Schule benannt) sind da zurzeit realistischer.

Ich verstehe mich sehr gut mit meinen drei Mitbewohnern, die alle mindestens fünf Jahre älter sind als ich. Zwei von Ihnen sind über die Weihnachtstage und Lockdown nach Hause gefahren und ich verbringe die Lockdown Zeit mit nur noch einem von ihnen.

Leider war es mir in der Weihnachtszeit nicht möglich meine Familie in Deutschland zu besuchen, weil die Grenzen geschlossen waren. Auch wenn dadurch die Weihnachtsfeiertage anders waren, war mein erstes Weihnachten alleine in einer Wohngemeinschaft durchaus ein Erlebnis.

In diesen Zeiten von Brexit und Corona habe ich viele verschiedene Eindrücke von England und den Briten bekommen. Dadurch das ich zurzeit ein Jurastudium in London anstrebe betrifft mich dieses Thema mehr als mir lieb wäre.

Ein Großteil der Menschen, die ich kenne lehnen den Brexit ab, trotzdem begegne ich auch hier und da mal Leuten die kein Problem mit dem Brexit oder der aktuellen Regierung haben.

An der Gastfreundschaft der Engländer hat der Brexit jedoch nichts geändert. Überall wurde ich offen empfangen und mit einbezogen. Ich freue mich sehr auf die Zeit nach dem Lockdown und bin gespannt wie sich die Dinge im Sommer entwickeln.

Ganz liebe Grüße aus Weymouth, take care

Roman

Jette Sobiech schreibt über ihr Schuljahr in Cádiz

Zitat

4 meses en Cádiz…

Ich habe das große Glück insgesamt vier Monate in Cádiz zu verbringen. Kaum zu glauben, dass ich nun schon fast zwei Monate hier bin. Die Zeit verging unglaublich schnell und irgendwie realisiere ich immer noch nicht, dass die Hälfte meines Aufenthaltes in Cádiz schon vorbei ist.

Meine Ankunft in Spanien, Anfang September 2020, verlief einwandfrei. Es hat nicht einmal eine Woche gedauert, bis ich mich an meine neue Gastfamilie, die unbekannte Umgebung und an meine Schule gewöhnt hatte.

Meine Gastfamilie besteht insgesamt aus 3 Personen. Meiner 67 jährigen Gastmutter Lola, meiner italienischen Gastschwester Sabrina und mir. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl und schon fast wie zu Hause gefühlt. Lola ist ein offener, lustiger und kommunikativer Mensch. Das kommt mir und meiner Gastschwester Sabrina wirklich sehr zu Gute. So haben wir immer etwas zu erzählen, es wird nie langweilig und wir sprechen und hören durchgehend Spanisch.

Auch mit meiner Gastschwester hätte ich kein größeres Glück haben können. Sabrina ist mir unglaublich ähnlich, wir haben die gleichen Interessen, können alles gemeinsam erkunden und sind uns in der kurzen Zeit schon beide gegenseitig sehr ans Herz gewachsen.

Die Wohnung meiner Gastmutter befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Meer und nur ca. 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Besser könnte es wirklich nicht sein.

Kommen wir nun zu der Stadt in der ich lebe: Cádiz. Auch hier kann ich nur von schwärmen. Cádiz ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Cádiz und befindet sich in der Region Costa de la Luz in Andalusien, also ganz im Süden Spaniens. Die Stadt ist größtenteils vom Atlantik umgeben, sodass es jede Menge unglaublich schöne Strände gibt. Cádiz ist außerdem die älteste Stadt Europas. An den meisten Tagen haben wir einen blauen Himmel und die Sonne scheint, sodass es auch im September/Oktober ziemlich warm ist und das Thermometer an vielen Tagen noch 30 Grad erreicht.

Cádiz, ist für mich persönlich, die ideale Stadt! Ganz besonders auch für Austauschschüler. Man kann sich gut orientieren und die Wege sind sehr kurz. Alles ist sehr schnell, entweder zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen.

Mein Tag beginnt um 8.00 Uhr mit der ersten Unterrichtstunde im „Instituto Columela“. Die Schule ist nur ca. zehn Minuten, zu Fuß, von mir entfernt und befindet sich direkt am Meer. So kann ich aus meinem Klassenraum und auch vom Schulhof, der auf einer Dachterrasse liegt, immer den Strand und das Meer sehen. Ich besuche mit fünf weiteren Austauschschülern die elfte Klasse. Bis jetzt hatten wir sehr viel Glück und konnten trotz Corona jede Woche zur Schule gehen. Der reguläre Schultag endet hier um 14:30 Uhr.

Bereits kurz nach meiner Ankunft habe ich mich bei dem lokalen Schwimmverein „Club Natación Bahia de Cádiz“ angemeldet um auch mein Hobby, das Leistungs-schwimmen, weiter auszuüben.
Ich trainiere normalerweise dreimal in der Woche und hatte auch schon die Möglichkeit an einem Schwimmwettkampf teilzunehmen.

Meine freien Nachmittage verbringe ich vorwiegend am Strand. Vor kurzem habe ich mich, neben meinem Schwimmverein, außerdem in einem Surfclub angemeldet. Hier stehen wir nun zweimal wöchentlich auf den Brettern. Das macht so unglaublich viel Spaß und bringt mich meinem eigentlichen Vorhaben, dem Jahr in Australien, ein wenig näher.
An den Wochenenden fahre ich meistens mit meiner Gastschwester, mit dem Zug oder Bus, in andere Städte in der Umgebung. Bis jetzt waren wir schon in Tarifa, Conil und Jerez. Leider wird dies aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionen zukünftig wohl nicht mehr so einfach möglich sein.

Cádiz ist im Vergleich zu anderen spanischen Provinzen aktuell noch nicht so stark von der Pandemie betroffen. Hier gelten allerdings die gleichen Regeln wie im ganzen Land – Abstand halten und durchgehend Maske tragen. Die Maske darf auch wirklich nur am Strand abgenommen werden.

Wir hoffen momentan alle sehr, dass sich die Corona-Infektionen durch die eingeleiteten Maßnahmen reduzieren und wir alle weiterhin ein halbwegs normales Leben führen können und natürlich auch zukünftig den Schulunterricht besuchen dürfen.

Ich freue mich sehr auf meine verbleibende Zeit in Spanien und auf die hoffentlich noch zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen.

Muchos saludos y abrazos de Cádiz,

Jette

- 23.09.2020 – Vortrag über Auslandssemester in Südafrika

Vier unserer IFK-Stipendiatinnen berichteten über ihr Auslandssemester in Port Elizabeth: Malin Warnken, Giulia Maenza, Sarah Jacob und Hanna Grabengießer teilten sehr lebhaft ihre Erfahrungen am Mittwochabend im Wissenschaftstheater des phaeno mit. Da sich Hanna Grabengießer aufgrund der Ausreisebeschränkungen noch in Südafrika befindet, nahm sie per Skype-Video an der Veranstaltung teil.

Weiterlesen

Aus 6 mach 2 – mein verkürztes Auslandssemester in Südafrika

Zitat

Anreise

Am 23. Januar ging es für mich und 5 andere Studierende der Ostfalia nach Port Elizabeth. Es sollte mein erster längerer Auslandsaufenthalt werden und dementsprechend groß war meine Vorfreude. Nachdem unser Anschlussflug in London 2h Verspätung hatte blieb uns in Johannesburg nicht mehr viel Zeit zum Umsteigen. Wir wussten allerdings, dass dort Helfer bereitstanden, die uns gegen ein Trinkgeld zu unserem Gate brachten. Allerdings fiel das „Trinkgeld“ mit 35 Euro dann etwas höher aus als erwartet.

Nach drei Flügen und fast 30 Stunden Reisezeit kamen wir endlich im sonnigen Port Elizabeth an. Von dort aus wurden wir mit dem Shuttle zu unserem Studentenwohnheim gebracht. Vor Ort wurden wir von sehr motivierten Mentoren empfangen, was für uns schon fast zu viel war nach der langen Reise. Das Einchecken nahm auch nochmal ein paar Stunden ein. Wie zuvor angegeben wohnte ich gemeinsam mit einer guten Freundin, in einer WG. Die ersten zwei Wochen blieb das auch erstmal so, da unsere anderen drei Mitbewohnerinnen noch auf sich warten ließen.

Welcome Week

Die Nelson Mandela University veranstaltete direkt am ersten Wochenende eine kleine Wanderung über den sogenannten „Sacremento Trail“ bis hin zum Sardinia Bay, an dem wir in den nächsten Monaten öfter waren, um den Sonnenuntergang über dem Meer zu genießen.

In der kommenden Woche lernten wir die Verantwortlichen des International Office der NMU und viele der anderen international Studierenden kennen. Es stellte sich heraus, dass diese leider zum größten Teil aus Deutschland kamen. Außerdem konnten wir unsere Kurse für das Semester wählen.  Ich entschied mich für drei Kurse aus dem Wirtschafts- und Logistikbereich, die wir auch zuvor mit der Ostfalia abgeklärt hatten. Des Weiteren wählte ich das Fach Community Service Learning. Dieses gibt es extra für internationale Studierende und ist eine Mischung aus der Mitarbeit in einer sozialen Einsatzstelle sowie Workshops und Diskussionen an der Uni als theoretischen und reflektierenden Teil.

Erste Eindrücke

Was mir sofort auffiel war das sonnige Wetter und der viele Wind, an den ich mich erst gewöhnen musste. Außerdem unterschätzte ich die Sonne und bekam erstmal einen Sonnenbrand. Die Art der Südafrikaner, denen wir begegneten, war ziemlich euphorisch und aufgedreht. Nicht nur die Mentoren des Studentenwohnheims sprühten nur so vor Energie, auch die Freiwilligen der Uni ließen nichts unversucht, um uns zum Lachen zu bringen. Außerdem war ich mir in keiner Sekunde bewusst, dass ich etwa 10.000km von daheim entfernt war. Port Elizabeth und gerade Summerstrand ist sehr modern und beim Einkaufen muss man sich lediglich an die verhältnismäßig hohen Preise für Süßigkeiten und das etwas kleinere Sortiment im Supermarkt gewöhnen. Dafür freute ich mich über das viele regionale Obst und Gemüse.

Das Studium an der NMU und Community Service Learning 

Das Studium ist etwas anders aufgebaut als an der Ostfalia. Daheim bin ich bisher abgesehen von Gesetzbüchern gut ohne Bücher ausgekommen. An der NMU brauchte ich jedoch für jedes Fach einen ziemlich dicken Wälzer. Zum Glück konnte man diese gebraucht von anderen Studierenden kaufen. Ohne Buch wäre man in den meisten Fächern nicht zurechtgekommen, da Folien nicht überall hochgeladen wurden und sich die Vorlesungen sehr stark am Buch orientieren. Außerdem ist ein Semester in zwei „Terms“ aufgeteilt. In jedem Term schreibt man pro Fach mindestens einen Test. Dazu kommen noch schriftliche Hausarbeiten und zum Ende des Semesters eine 3-stündige Klausur. Das hieß für mich, dass viel Disziplin verlangt wurde, denn der Strand war direkt vor der Haustür und die Temperaturen meist zwischen 20 und 30 Grad Celsius, denn wir befanden uns im südafrikanischen Sommer.

Beim Community Service Learning entschied ich mich für die Einsatzstelle „Victory Kids“. Dabei handelt es sich um eine Vorschule im Stadtteil Newton Park. Diese ist speziell für Kinder mit geistigen Einschränkungen. Die Kinder lernen dort in Kleingruppen, die eher nach Fähigkeiten als nach dem Alter eingeteilt sind. Im Vordergrund steht dabei, dass die Kinder ihre Fähigkeiten nutzen lernen und auch der enge Austausch mit den Eltern, um diese bestmöglich zu unterstützen. Leider konnte ich die Einsatzstelle nur 4x besuchen und beim Unterricht oder der Betreuung der Kinder unterstützen. Für den Transport zu der Einsatzstelle stellt die NMU extra einen Shuttleservice zur Verfügung. Sam, der Fahrer, ist sehr gesprächig und erzählt gerne von der Entwicklung in Südafrika und so konnte ich auch von ihm noch ein paar Eindrücke gewinnen.

Wochenendausflüge

Bereits in Term 1, also der ersten Hälfte des Semesters konnte ich mehrfach die Gelegenheit nutzen, um über das Wochenende wegzufahren. Unser erster Trip ging in großer Mädels Runde nach Plettenberg. Wir besuchten den Tsi Tsi Kamma Nationalpark und wanderten bei knappen 40 Grad über den Robberg. 

Weiter ging es nach einem Test am Samstagmorgen in Richtung Addo Nationalpark, dort verbrachten wir eine Nacht in einer kleinen Lodge, die eigene Zebras hatten. Wir machten eine geführte Tour am frühen Morgen bevor wir den Park mit unseren eigenen Autos erkundeten. Es war beeindruckend wie nah unter anderem die Elefanten, Zebras und auch Hyänen den Fahrzeugen kamen.

Kurz vor Ende des Terms konnte ich zum Glück noch drei Freunde motivieren ins „Valley of Desolation“ zu fahren. Dies befindet sich etwa drei Stunden nördlich von Port Elizabeth und auf der Strecke ist links und rechts nur karge Landschaft. Wir wohnten in einer kleinen Hütte auf einer 7000ha großen Farm, die uns der Eigentümer am nächsten Morgen auf einer Jeep Tour zeigte.  

Plötzliche Planänderung

Eigentlich wollten mich in den Ferien zwischen Term 1 und 2 Freunde aus Wolfsburg besuchen und zusammen hätten wir die Garden Route erkundet. Leider verkündete Präsident Ramophosa kurz zuvor aber eine Einreisesperre für etliche Länder, unter anderem Deutschland. Das war einer der Auslöser, ab dem Viele vermehrt über die Heimreise nach Deutschland nachdachten. Auch die NMU empfahl uns nun nach Hause zu reisen, da sie nicht wusste, wie sich alles entwickeln würde und eine Isolation im Wohnheim nicht sichergestellt werden konnte. Alle Wohnheime, die direkt zur NMU gehören, wurden geschlossen. Unseres gehörte, zum Glück für uns, einem privaten Unternehmen.

So richtig trennen konnte ich mich aber noch nicht von dem Land. Ich hatte ja fast noch nichts gesehen. Deshalb startete ich kurzerhand mit zwei Freundinnen einen Roadtrip. Um wenigstens noch einen Punkt auf der To-do-Liste abzuhaken, ging es direkt zum Bungee Jumpen in den Tsi Tsi Kamma Park.

Da meine Gedanken ziemlich verstreut waren, war die eigentliche Angst nur kurz vorm Absprung zu spüren. Wir trafen außerdem einige deutsche Touristen, die sich noch keinerlei Sorgen bezüglich ihrer Heimreise machten. Unsere Unterkünfte buchten wir immer spontan, da wir noch nicht genau wussten, wann wir wieder zurück nach Port Elizabeth fahren würden. Unsere Zwischenstopps waren Plettenberg, Knysna, Wilderness, Oudtshoorn und zurück über Jeffreys Bay.  Die Natur in Wilderness und auf der Strecke Richtung Norden nach Oudtshoorn hat mir besonders gut gefallen.

Auf unserer ganzen Route konnten wir feststellen, dass die Südafrikaner das Corona Virus sehr ernst nahmen. In jedem Laden mussten wir uns vor Betreten die Hände desinfizieren, in Restaurants gab es Social-distancing-Tische und wir mussten überall unsere Kontaktdaten hinterlassen.  Allerdings verfolgten wir stets und ständig die Nachrichten und beobachteten, dass Flüge gestrichen wurden oder gar ganze Fluggesellschaften ihren Betrieb einstellten. Daher beschlossen auch wir drei, dass wir lieber nach Hause fliegen wollten. Das Umbuchen unserer für Juli geplanten Flüge gestaltete sich dann allerdings etwas schwierig. Erstens waren unsere Flüge zusammen mit zwei anderen Freunden gebucht und liefen über einen Kommilitonen, der noch nicht heimfliegen wollte. Des Weiteren konnte auch keiner aus unserer Familie anrufen und so mussten wir stetig schauen, genug Geld auf unserer südafrikanischen Sim-karte zu haben. Zum Glück war das Telefonieren nach Deutschland verhältnismäßig günstig. Bis wir aber unsere Flüge endlich umbuchen konnten vergingen noch ein/ zwei Tage und der Flug, den wir am darauffolgenden Mittwoch nehmen wollten, war somit schon ausgebucht. Es gab aber noch einen am Sonntag danach, auf den wir uns setzen ließen. Als wir am Montag wieder in Port Elizabeth und in unserem Studentenwohnheim waren, fühlte ich mich doch etwas besser.

Ein paar internationale Studierende, waren zwar noch entlang der Garden Route unterwegs, aber das gab letztendlich nur Ärger, weil die Uni eigentlich empfohlen hatte nicht mehr zu reisen und den Studenten teilweise sogar untersagte, wieder ins Wohnheim zu gehen. Im benachbarten Wohnheim kamen einige Studenten vor Abreise nach Deutschland gar nicht mehr in ihre Zimmer und Freunde mussten für sie packen.

Erste Rückholflüge des Auswärtigen Amtes

Am Dienstag bekamen wir eine Mail des Auswärtigen Amtes, dass es zur Unterstützung des regulären Flugverkehres bereits am Donnerstag und Freitag jeweils einen Condor Flieger von Kapstadt aus geben sollte.  Diese Tickets konnte man regulär buchen. Da aber keine genaue Zeit feststand, wann die Flüge online kommen würden, saßen wir den ganzen Tag am Rechner und ergatterten letzten Endes Tickets für den Flieger am Freitag, den 27.03. Es war uns sicherer nach Kapstadt zu fahren, einer Stadt, in der sich viele Touristen befanden als nach Johannesburg, von wo aus unser regulärer Flieger am Sonntag gehen sollte. Dass auch dieser Condor Flieger auf Grund des am 27.03. in Kraft tretenden nationalen Lockdown entfallen sollte, ahnten wir noch nicht.

8 Tage Zwangsaufenthalt in Kapstadt

Am 26.03. fuhren wir dann zu neunt auf drei Autos verteilt nach Kapstadt. Auf der Fahrt dorthin kam dann der erste Dämpfer. Während wir mit der Botschaft beziehungsweise der Corona Infoline telefonierten wurde uns gesagt, dass unser Flieger für Freitag gecancelt wurde. Dies bestätigte sich dann auch am Tag darauf. Des Weiteren hatte unser für die Nacht gebuchtes Hotel schließen müssen. Somit hatten wir kurzzeitig weder Unterkunft noch einen Flug nach Hause. Es hieß also Ruhe bewahren und neu planen. Wir hatten unheimliches Glück, dass zwei weitere Studierende bereits in Kapstadt in einem Hotel waren. Die Beiden konnten für uns klären, dass auch wir, unter dem Vorwand, dass morgen unser Flieger gehen würde, einchecken konnten. Einmal eingecheckt durften wir laut Tourismusgesetz nicht mehr vor die Tür gesetzt werden- egal wie lange wir feststecken würden. Das Hotel war mit ca. 20€ die Nacht inklusive Frühstück zum Glück recht günstig. Unser ursprünglicher Plan nach Johannesburg zu fliegen, hätte uns an die 100€ die Nacht gekostet.

 Im Laufe der kommenden Woche gab es mehrere Hochs und Tiefs. Nach der ersten Nacht im Hotel befanden wir uns im Lockdown, das hieß, dass man das Haus nur noch für den Einkauf verlassen durfte. Unser Hotel hatte zum Glück eine Dachterrasse, so dass wir trotzdem sehr viel an der frischen Luft waren. Mittlerweile bekamen wir fast täglich Emails vom Auswärtigen Amt.  Jedem, der sich online auf die Rückholliste geschrieben hatte wurde versprochen, dass er nach Hause kommen würde. Es stand nur noch nicht fest wann. Die Flughäfen waren komplett geschlossen. Allerdings gab es eine Erinnerung daran, alle Daten auf der Liste zu aktualisieren. Das heißt vor allem anzugeben, wo man sich aktuell befand und ob man die Möglichkeit hatte eigenständig zum Flughafen kommen zu können. Im Südafrikanischen Fernsehen verkündete der Transportminister, dass es ab Dienstag losgehen würde, allerdings widerlegte uns das die Botschaft direkt per Mail. Irgendwann hieß es dann „voraussichtlich ab Ende der Woche“. Die Botschaft wollte sich nicht festlegen, da im Hintergrund sicherlich sehr viele Hebel in Bewegung gesetzt werden musste. Immerhin stand fest, dass die Flüge von South African Airlines durchgeführt werden sollten. Am Mittwoch bekamen wir dann die erste Mail, in der es hieß, dass wir für einen Flieger am Freitag, den 03.04. vorgesehen sind. Allerdings hatte auch dieser Flieger noch keine Genehmigung. Wir mussten einmal bestätigen, dass wir den Rückflug annehmen. Generell war ich froh, dass wir alle mit einem Laptop unterwegs waren, da dies den Schriftverkehr deutlich erleichterte. Am Donnerstagabend erhielten wir dann unsere Tickets von South African Airline und einen Passierschein von der deutschen Botschaft, falls wir auf dem Weg zum Treffpunkt kontrolliert werden sollten. Wir durften unter keinen Umständen direkt zum Flughafen fahren. Treffpunkt war das Fußballstadion in Kapstadt, wo wir uns bis 15Uhr einfinden mussten. Dort dauerte es etwa 3h in denen unsere Pässe kontrolliert wurden und unsere Körpertemperatur gemessen wurde. Danach gab es eine kleine Mahlzeit bevor wir in einer Buskolonne zum Flughafen fuhren. Der Check-In erfolgte wie immer, nur dass eben nur Personen für unseren Flieger am Flughafen waren. Planmäßig um 22Uhr hob unser Flieger nach Frankfurt ab. Ich glaube ich war noch nie so froh in ein Flugzeug zu steigen. Mal davon abgesehen, dass die Stewardessen in Ganzkörpermontur durch das Flugzeug liefen, verlief der Flug normal und es gab auch mehrere Mahlzeiten an Board.

Zurück in Deutschland

In Frankfurt angekommen mussten wir in 40er Gruppen mit jeweils 5min Abstand aussteigen, aber danach interessierte es keinen mehr, dass wir aus dem Ausland kamen. Der Flughafen war ziemlich leer und keiner des Personals trug Schutzmasken oder Handschuhe. Wir nutzten das Angebot der deutschen Bahn und fuhren kostenlos mit dem Zug nach Hause. Ganz nach Deutscher Bahn Manier hatte mein Anschlusszug in Hannover über 60min Verspätung- ein Stückchen Normalität gab es also auch noch in Deutschland.

Die nächsten Tage musste ich erst einmal verarbeiten, dass ich nicht mehr in Südafrika war und dort auch erstmal nicht wieder hinkommen würde. Allerdings war und bin ich immer noch froh, dass ich heimgeflogen bin. Meine Familie hätte sich sonst große Sorgen gemacht und Südafrika befindet sich immer noch im Lockdown. Zwar wird dieser immer weiter abgemildert, aber ich bin zum Reisen und Kennenlernen der Kultur nach Südafrika geflogen, nicht um vor Ort ein Onlinestudium im Studentenwohnheim durchzuführen. Das mache ich jetzt von Deutschland aus. Zum Glück macht dies die NMU und das internationale Office möglich.

Rückblickende Gedanken

Auch wenn mein Auslandssemester so früh geendet hat bin ich froh, dass ich es angetreten habe. Ich habe auch in den 2 Monaten so viele tolle Momente sammeln können und denke gerne zurück an die Sonnenuntergänge am Sardinia Bay, das Baden im Indischen Ozean, die Spaziergänge zur Uni, die Touren mit unserem Mietwagen, von der Uni oder dem Wohnheim organisierte Wanderungen, gemeinsames Kochen mit neu gewonnenen Freunden, zufällige Gespräche mit Studierenden oder gar Dozenten auf dem Campus, Karaoke Abende, und und und..

 

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren noch einmal die Chance bekomme, dieses schöne Land zu bereisen und etwas mehr zu sehen.

Bis dahin

Eure Sarah

 

 

Hanna Grabengießer berichtet über ihr Semester in Südafrika

Zitat

„Molweni“

… ist Xhosa und bedeutet „Hallo Zusammen“. Xhosa ist eine von insgesamt elf Sprachen in Südafrika und wird auch als „Clicksprache“ genannt, aufgrund seiner verschiedenen, für uns unaussprechlichen, Geräusche. Herzlich Willkommen auf meinem Erfahrungsbericht über mein Auslandssemester in Südafrika. Im Gegensatz zu einigen anderen Stipendiaten verbringe ich nun schon mein zweites Semester in Südafrika, nachdem mich das erste Semester (Juli- Dezember 2019) mehr als überzeugt hat und ich mich nach dieser kurzen Zeit noch nicht von dem Land trennen konnte. An dieser Stelle möchte ich die Ostfalia Hochschule positiv hervorheben, da diese es mir ermöglicht hat, das zweite Semester problemlos durchzuführen.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Dezember und Januar in Deutschland, habe ich also die Reise wieder angetreten und bin von Hamburg, über London und Johannesburg nach Port Elizabeth (PE) geflogen. Da ich durch mein erstes Semester schon mit der Umgebung und den Gegebenheiten vertraut war, habe ich mir den Transport vom Flughafen zum Studentenwohnheim mithilfe eines Ubers selbst organisiert. Im ersten Semester habe ich den Transport der NMU (Nelson Mandela University) wahrgenommen, der sehr zuverlässig und flexibel schon am Flughafen stand, als ich ankam. Generell Ist die NMU sehr organisiert und tut alles dafür, dass sich Auslandsstudierende in Port Elizabeth wohlfühlen. Dies reicht von einer gut organisierten und informativen Orientierungswoche, bis zu Aktivitäten, die während des Semesters angeboten werden, wie z.B. verschiedene Wandertouren. Die Universität ist also durch ständigen Kontakt zu den Studierenden durch das Internationale Office darum bemüht, so gut es geht zu unterstützen und zu helfen.

Ich bin nun schon das zweite Mal für eine längere Zeit in Südafrika, weit weg von Freunden und Familie und meiner gewohnten Umgebung und blicke auf eine spannende und überaus prägende Zeit zurück, von der ich keine Sekunde bereue. Ein wichtiger Teil des Auslandssemesters war das Studentenwohnheim „Campus Key“, das meine Erwartungen weitaus übertroffen hat. Neben einem schönen Zimmer mit Dusche und Waschbecken, verfügt das Wohnheim über ein Fitnessstudio, Waschmaschinen und Trockner und einer großen Dachterrasse, auf der ich gerade sitze, diesen Bericht verfasse und nebenbei den Sonnenuntergang beobachten kann- was will man mehr. Mein Zimmer konnte ich vom letzten Semester übernehmen, was einiges erleichterte, da man sich bei der Ankunft erstmal komplett einrichten musste, denn das Zimmer ist komplett leer, nicht einmal Bettdecke und Kissen sind vorhanden- dieser Prozedur konnte ich im zweiten Semester aus dem Weg gehen.
Um hier mobil zu sein, lieh ich mir ein Auto von einem deutschen Auswanderer namens „Karl“, der darauf spezialisiert ist, alte Volkswagen Fahrzeuge an deutsche Auslandsstudierende zu einem annehmbaren Preis zu vermieten.

 

Port Elizabeth hat neben einem Traumstrand, guten Clubs und Restaurants leider nicht allzu viel zu bieten, da es „in town“ eher unsicher ist und man diese Gegend meiden sollte- allerdings kann ich mich über den Strand, den ich von meinem Zimmerfenster aus sehen kann, absolut nicht beklagen.
Der Sicherheitsfaktor spielt hier eine große Rolle. Im Vergleich zu Deutschland sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man hier nach Sonnenuntergang nicht mehr durch die Straßen laufen sollte, vor allem nicht alleine. Generell sollte man immer ein Auge darauf haben, was um einen herum passiert, sollte nie leichtsinnig durch die Straßen laufen und ein Auge auf seine Wertsachen und Tasche haben. Glücklicherweise bin ich jedoch nie Opfer eines Überfalls oder Ähnlichem geworden, habe jedoch im zweiten Semester hier mitbekommen, wie zwei deutsche Studenten in der Nacht überfallen wurden- man muss jedoch dazu sagen, dass diese sich auch nicht an die Regeln gehalten haben und leichtsinnig bei Nacht aus einer Bar nachhause spaziert sind. Solange man sich also an die Regeln hält und aufmerksam ist, sollte nichts passieren.

Die Universität und meine Kurswahl
Das System an der Universität ist etwas anders aufgebaut, als ich es von der Ostfalia in Wolfsburg gewohnt bin und daran muss man sich erstmal gewöhnen. Hier an der NMU wird man regelrecht gezwungen, das ganze Semester zu lernen und auf dem neusten Stand zu bleiben, da man schon während des Semesters Tests schreibt und Hausaufgaben einreichen muss. Der Aufwand ist daher etwas größer und darüber sollte man sich im Klaren sein. Allerdings ist dies kein Grund besorgt zu sein, meine Erfahrungen zeigen, dass man alles gut schaffen kann und auch die englische Sprache keine Probleme darstellt.

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und habe hier an der NMU dieses Semester zwei Kurse der Fakultät Ingenieurwesen und einen Business Kurs gewählt. In „Project and Research Management“ lernte ich die verschiedenen Phasen kennen, mit denen man ein Projekt erfolgreich durchführt und in „Business Engineering“ lernte ich verschiedene Kalkulationswege kennen, um den Erfolg eines Unternehmens messen zu können. Mein dritter Kurs heißt „Organisational Behaviour“, und dieser befasst sich mit Inhalten wie z.B. „Organisational culture“ oder „Organisational Change“. Neben den akademischen Kursen spiele ich im Volleyballteam der NMU.

COVID-19
Anders als erwartet prägt das Corona Virus das aktuelle Semester. Das Virus ist hier vergleichsweise später ausgebrochen als in Deutschland. Jedoch ging es schneller als erwartet, sodass die ersten deutschen Auslandsstudierenden bereits im März wieder abgereist sind. Viele aufgrund von Bedenken, dass sie eventuell keinen Flug mehr nachhause nehmen können, da die Pandemie in einem Land wie Südafrika weitaus schlimmere Folgen haben kann. Das Auswärtige Amt hat empfohlen, sich auf eine sogenannte Krisenvorsorgeliste setzen zu lassen, falls man als deutscher Tourist so schnell wie möglich die Heimreise antreten möchte. Daraufhin organisierte das Auswärtige Amt eine Rückholaktion bis Ende April, die viele Austauschstudierende auch angenommen haben. Dabei mussten Sie eine lange Busfahrt nach Pretoria mit viel Wartezeit und speziellen Sicherheitsvorkehrungen auf sich nehmen- sind jedoch alle gesund und heile in Deutschland angekommen. Großes Lob an die Organisation und die Mühe des Auswärtigen Amts!
Ich habe diesen Rückholflug nicht angenommen und befinde mich mit noch 8 weiteren Deutschen Studierenden in Port Elizabeth. Die Entscheidung hat mir mein Bauchgefühl abgenommen und ich bin nach wie vor überzeugt, dass es für mich die richtige Entscheidung war. In Südafrika wurde einer der strengsten Lockdowns weltweit ausgerufen. Die südafrikanische Regierung hat nun 5 Level eingeführt, die jeweils abgestufte Lockerungen beinhalten. Ab heute (1.Juni) befinden wir uns in Level 3 und es ist endlich wieder erlaubt, zu jeder Tageszeit Spazieren oder Laufen zu gehen. In Level 4 durfte dies nur in einem Zeitfenster von 6-9 Uhr morgens stattfinden- danach waren die Straßen leer. Weiterhin gibt es wieder Alkohol zu kaufen und die Wirtschaft wird durch sämtliche Wiedereröffnungen wieder angekurbelt. Tabakwaren sind weiterhin verboten.
Das Studium wird online weitergeführt für diejenigen, die die Möglichkeiten haben. Die Universität stattet dabei alle Studierenden der NMU kontinuierlich mit Internet aus, damit die Studierenden an Online Vorlesungen teilnehmen können. Auch ein Laptopverleih wird angeboten und ist für Studierende aus der ländlichen Gegend unverzichtbar. Das Semester wird dadurch nun bis Ende Juni verlängert.
Leider gehört PE zu einem der Hotspot Regionen mit den meisten positiv getesteten Corona Fällen in Südafrika und es ist ungewiss, was die Zukunft bringt. Dennoch bin ich positiv eingestellt und denke, dass ich im Juli die wieder die Heimreise antreten kann.

 

 

Trotz aller Ungewissheit und einem Risiko, das ich durch mein Bleiben eingegangen bin, bereue ich keine Sekunde in Südafrika. Mir wird jeden Tag aufs Neuste gezeigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und mich diese Erfahrung nicht nur fachlich, sondern auch persönlich unheimlich prägt. Die südafrikanische Kultur inspiriert mich in alles Hinsichten. Ich schätze die Positivität und Energie der Menschen hier und möchte einen Teil dieser kulturellen Erfahrungen und Lebenseinstellungen mit nachhause nehmen.

Sonnige Grüße (auch im Winter)

Hanna 

- Bericht über Auslandssemester in Portugal

Lennart Kumher ist einer unserer IFK-Stipendiaten in der ganzen Welt. Inzwischen ist er aus seinem Auslandssemester aus Sétubal zurückgekehrt und teilte seine Erfahrungen in einem Vortrag mit. „In Portugal findet das soziale Leben vor allem in den Abendstunden statt“, wusste der BWL-Student zu berichten.