- Förderung von kreativem Lernen durch Digitalisierung – Jörg Dräger spricht im Rahmen der IFK Signature Speech

Wie werden wir in Zukunft lernen? Auf diese Frage ging Dr. Jörg Dräger in der ersten „Signature Speech“ des Internationalen Freundeskreises (IFK) live aus der Autostadt in seinem Vortrag ein. Die Antwort des Vorstandsmitglieds der Bertelsmann-Stiftung ist dabei eindeutig: mithilfe digitaler und personalisierter Angebote. Weiterlesen

- Sonnige Grüße aus Cádiz von unserer IFK-Stipendiatin Jette Sobiech

Die ersten fünf Monate meines Auslandsaufenthaltes neigen sich dem Ende zu und ich möchte euch mit diesem Blogeintrag ein paar Sonnenstrahlen ins kalte Deutschland senden.

Ich habe mich nun endgültig eingelebt, bin im Alltag angekommen und manchmal fühlt es sich hier so an, als hätte ich nie etwas anderes gekannt. In meiner Umgebung, meiner Gastfamilie, der Schule und der spanischen Kultur fühle ich mich immer noch pudelwohl. Jeden Tag, wenn ich die frische Meeresluft rieche und das Wellenrauschen auf meinem Schulweg höre, bin ich dankbar, diese Entscheidung im letzten Jahr getroffen zu haben.

Neben den durchweg positiven Erfahrungen, die ich bisher hier in Spanien machen und erleben durfte, hat mich die Planung des Auslandsjahres und der kommenden Monate so einige Male in den Wahnsinn getrieben. Durch die derzeitige Situation haben sich meine Pläne unzählige Male geändert. Aus einem ganzen Jahr am anderen Ende der Welt, in Australien, wurden vier Monate in Cádiz, Spanien und weitere sechs Monate in Brighton, England. Durch die Mutation des Virus, die hohe Inzidenz in England und die stornierten und verschobenen Flüge hat sich mein Traum, ein paar Monate die englische Luft zu schnuppern, leider auch in Luft aufgelöst. Ich habe nun, nach einigen Monaten voller Ungewissheit, wie die nächsten Schritte aussehen, Klarheit und werde meinen ganzen Auslandsaufenthalt in Cádiz verbringen. Ich hätte mich wirklich sehr gefreut, ein weiteres Land kennenzulernen, noch einmal aus meiner Komfortzone zu treten und neuen Menschen zu begegnen. Ich denke aber, dass ich bestimmt irgendwann noch einmal die Möglichkeit haben werde, England auf eine andere Art und Weise zu erleben und bin sehr dankbar dafür, noch eine Weile hier bleiben zu dürfen. Unglaublich positiv ist dabei, dass ich bei Lola, meiner Gastmama und Sabrina, meiner Gastschwester bleiben darf und mich auch in der Schule noch nicht von meinen Freunden und Freundinnen verabschieden muss.

Ich bin mir auch sicher, dass dieses ständige Hin- und Her mich charakterlich hat wachsen lassen. Ich durfte lernen, dass Spontanität, Offenheit und Anpassungsfähigkeit wichtig sind um gerade in so einer ungewissen Zeit den Durchblick nicht zu verlieren.

Die Situation in Cádiz ist zum jetzigen Zeitpunkt noch entspannter als in Deutschland oder England. Das Verlassen von der Provinz Cádiz ist zwar leider nicht mehr möglich, um andere Städte im Umkreis zu besichtigen, doch die Gastronomie und Geschäfte sind weiterhin geöffnet. Wir dürfen an den Strand gehen und uns mit vier Haushalten verabreden. Außerdem findet mein Schwimmtraining und die Schule in Präsenz statt und ich kann so immer noch viel Spanisch sprechen, hören und lernen. Ich habe also auch die Möglichkeit weiterhin an meinen Freundschaften zu arbeiten, mich ab- und zu mit wenigen Freunden zu verabreden und trotz Maske und 1,5 m Abstand neue Gesichter sehen und kennenzulernen.

Während es in Deutschland regnete und schneite, habe ich die letzten Tage am Strand verbracht, mich so oft wie möglich mit Freunden getroffen und das schönste Wetter in vollen Zügen genossen. 15-20 Grad Celsius in den Wintermonaten, sagen meiner Meinung nach schon sehr viel über die Lebensqualität Andalusiens aus.

Besonders der letzte Monat und die Vorweihnachtszeit haben mir sehr gut gefallen. Wir haben die kleinen Weihnachtsmärkten in Cádiz besichtigt, waren Schlittschuhlaufen im Zentrum der Stadt und haben uns durch alle Weihnachtsspezialitäten Spaniens gefuttert. Auch die Tradition der zwölf Trauben zu jedem Gongschlag an Neujahr durfte natürlich nicht fehlen. Ein gelungener Abschluss dieses verrückten Jahres.

Mit sehr viel Vorfreude blicke ich auf die nächsten Abenteuer und Erlebnisse während meiner verbleibenden Zeit in Cádiz. Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

Saludos y besos de Cádiz

Jette

Roman Kissling schreibt über sein Auslandsschuljahr in Weymouth, England

Zitat

Nachdem ich bereits ein Auslandsjahr in Weymouth (England) verbracht hatte, habe ich mich dazu entschlossen noch ein weiteres Jahr dort zur Schule zu gehen, um mich am A-level (dem britischen Abitur) zu versuchen.

Bereits bei meinem ersten zehnmonatigen Auslandsjahr habe ich Gefallen an der kleinen Hafenstadt Weymouth gefunden. Ich wurde überall mit offenen Armen empfangen und hatte wenig Probleme Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen. Dadurch habe ich nun auch die Möglichkeit das erste Mal selbstständig in einer Wohngemeinschaft zu wohnen und meine Kurse in Biologie, Spanisch und Drama an der Budmouth Academy fortzusetzen.

Der normale Schulalltag sieht ähnlich aus wie in Deutschland. Je nachdem wann ich meine Kurse habe, gehe ich zu Fuß zur Schule oder werde von einer Freundin gefahren. Normalerweise geht der Schulalltag von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr, mit einer Mittagspause. In meiner Schule haben wir viele unabhängige Lernstunden in denen wir die Möglichkeit haben den Stoff zu wiederholen oder Hausaufgaben zu machen. Vor der Mittagspause gehen wir dann in unsere Tutorgruppen, in denen wir über unterschiedliche aktuelle Themen sprechen und uns über den Schulalltag austauschen.

Ich fühle mich sehr wohl in meiner Schule und besonders der Dramaunterricht macht mir sehr viel Spaß, auch wenn das Lesen von Shakespeare oder das Vorspielen vor anderen Klassen als Nichtmuttersprachler zunächst angsteinflößend sein mag, macht es umso mehr Spaß Schritt für Schritt die Texte zu begreifen und vor Anderen vorzuspielen.

In dem Video welches hier verlinkt ist können Sie den Werbefilm der Schule sehen in dem auch ich vorkomme. Vielleicht bin ich ja zu erkennen.

 

Nach der Schule gehe ich meistens nach Hause, um mir Essen zu kochen und noch ein paar Schulsachen zu erledigen, bevor ich mich mit Freunden treffe um entweder in die Stadt, an den Strand oder ins “Gym” zu gehen.

Fast überall hier ist das Meer nicht weit entfernt. So habe ich von meinem Haus zum Beispiel einen schönen Blick auf das Meer und auch in die Stadt ist es nicht mehr als ein zwanzig minütiger Spaziergang. Im Sommer ist Weymouth einer der beliebtesten Urlaubsorte in England. Es wimmelt hier nur so von Touristen.

Durch Corona befinden wir uns jetzt wieder in einem kompletten Lockdown. Die Schulen sind zu, es wird von zuhause gelernt und sogar die A-level Prüfungen wurden abgesagt und es wird nach Alternativen gesucht die Schüler zu bewerten.

Dadurch konnte ich leider nur wenig Nutzen aus der direkten Zugverbindung nach London ziehen. Kleine Trips nach Dorchester, dem Wohnort von Thomas Hardy (nach einem Gedicht von ihm ist auch unsere Schule benannt) sind da zurzeit realistischer.

Ich verstehe mich sehr gut mit meinen drei Mitbewohnern, die alle mindestens fünf Jahre älter sind als ich. Zwei von Ihnen sind über die Weihnachtstage und Lockdown nach Hause gefahren und ich verbringe die Lockdown Zeit mit nur noch einem von ihnen.

Leider war es mir in der Weihnachtszeit nicht möglich meine Familie in Deutschland zu besuchen, weil die Grenzen geschlossen waren. Auch wenn dadurch die Weihnachtsfeiertage anders waren, war mein erstes Weihnachten alleine in einer Wohngemeinschaft durchaus ein Erlebnis.

In diesen Zeiten von Brexit und Corona habe ich viele verschiedene Eindrücke von England und den Briten bekommen. Dadurch das ich zurzeit ein Jurastudium in London anstrebe betrifft mich dieses Thema mehr als mir lieb wäre.

Ein Großteil der Menschen, die ich kenne lehnen den Brexit ab, trotzdem begegne ich auch hier und da mal Leuten die kein Problem mit dem Brexit oder der aktuellen Regierung haben.

An der Gastfreundschaft der Engländer hat der Brexit jedoch nichts geändert. Überall wurde ich offen empfangen und mit einbezogen. Ich freue mich sehr auf die Zeit nach dem Lockdown und bin gespannt wie sich die Dinge im Sommer entwickeln.

Ganz liebe Grüße aus Weymouth, take care

Roman

Jette Sobiech schreibt über ihr Schuljahr in Cádiz

Zitat

4 meses en Cádiz…

Ich habe das große Glück insgesamt vier Monate in Cádiz zu verbringen. Kaum zu glauben, dass ich nun schon fast zwei Monate hier bin. Die Zeit verging unglaublich schnell und irgendwie realisiere ich immer noch nicht, dass die Hälfte meines Aufenthaltes in Cádiz schon vorbei ist.

Meine Ankunft in Spanien, Anfang September 2020, verlief einwandfrei. Es hat nicht einmal eine Woche gedauert, bis ich mich an meine neue Gastfamilie, die unbekannte Umgebung und an meine Schule gewöhnt hatte.

Meine Gastfamilie besteht insgesamt aus 3 Personen. Meiner 67 jährigen Gastmutter Lola, meiner italienischen Gastschwester Sabrina und mir. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl und schon fast wie zu Hause gefühlt. Lola ist ein offener, lustiger und kommunikativer Mensch. Das kommt mir und meiner Gastschwester Sabrina wirklich sehr zu Gute. So haben wir immer etwas zu erzählen, es wird nie langweilig und wir sprechen und hören durchgehend Spanisch.

Auch mit meiner Gastschwester hätte ich kein größeres Glück haben können. Sabrina ist mir unglaublich ähnlich, wir haben die gleichen Interessen, können alles gemeinsam erkunden und sind uns in der kurzen Zeit schon beide gegenseitig sehr ans Herz gewachsen.

Die Wohnung meiner Gastmutter befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Meer und nur ca. 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Besser könnte es wirklich nicht sein.

Kommen wir nun zu der Stadt in der ich lebe: Cádiz. Auch hier kann ich nur von schwärmen. Cádiz ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Cádiz und befindet sich in der Region Costa de la Luz in Andalusien, also ganz im Süden Spaniens. Die Stadt ist größtenteils vom Atlantik umgeben, sodass es jede Menge unglaublich schöne Strände gibt. Cádiz ist außerdem die älteste Stadt Europas. An den meisten Tagen haben wir einen blauen Himmel und die Sonne scheint, sodass es auch im September/Oktober ziemlich warm ist und das Thermometer an vielen Tagen noch 30 Grad erreicht.

Cádiz, ist für mich persönlich, die ideale Stadt! Ganz besonders auch für Austauschschüler. Man kann sich gut orientieren und die Wege sind sehr kurz. Alles ist sehr schnell, entweder zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen.

Mein Tag beginnt um 8.00 Uhr mit der ersten Unterrichtstunde im „Instituto Columela“. Die Schule ist nur ca. zehn Minuten, zu Fuß, von mir entfernt und befindet sich direkt am Meer. So kann ich aus meinem Klassenraum und auch vom Schulhof, der auf einer Dachterrasse liegt, immer den Strand und das Meer sehen. Ich besuche mit fünf weiteren Austauschschülern die elfte Klasse. Bis jetzt hatten wir sehr viel Glück und konnten trotz Corona jede Woche zur Schule gehen. Der reguläre Schultag endet hier um 14:30 Uhr.

Bereits kurz nach meiner Ankunft habe ich mich bei dem lokalen Schwimmverein „Club Natación Bahia de Cádiz“ angemeldet um auch mein Hobby, das Leistungs-schwimmen, weiter auszuüben.
Ich trainiere normalerweise dreimal in der Woche und hatte auch schon die Möglichkeit an einem Schwimmwettkampf teilzunehmen.

Meine freien Nachmittage verbringe ich vorwiegend am Strand. Vor kurzem habe ich mich, neben meinem Schwimmverein, außerdem in einem Surfclub angemeldet. Hier stehen wir nun zweimal wöchentlich auf den Brettern. Das macht so unglaublich viel Spaß und bringt mich meinem eigentlichen Vorhaben, dem Jahr in Australien, ein wenig näher.
An den Wochenenden fahre ich meistens mit meiner Gastschwester, mit dem Zug oder Bus, in andere Städte in der Umgebung. Bis jetzt waren wir schon in Tarifa, Conil und Jerez. Leider wird dies aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionen zukünftig wohl nicht mehr so einfach möglich sein.

Cádiz ist im Vergleich zu anderen spanischen Provinzen aktuell noch nicht so stark von der Pandemie betroffen. Hier gelten allerdings die gleichen Regeln wie im ganzen Land – Abstand halten und durchgehend Maske tragen. Die Maske darf auch wirklich nur am Strand abgenommen werden.

Wir hoffen momentan alle sehr, dass sich die Corona-Infektionen durch die eingeleiteten Maßnahmen reduzieren und wir alle weiterhin ein halbwegs normales Leben führen können und natürlich auch zukünftig den Schulunterricht besuchen dürfen.

Ich freue mich sehr auf meine verbleibende Zeit in Spanien und auf die hoffentlich noch zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen.

Muchos saludos y abrazos de Cádiz,

Jette

- 23.09.2020 – Vortrag über Auslandssemester in Südafrika

Vier unserer IFK-Stipendiatinnen berichteten über ihr Auslandssemester in Port Elizabeth: Malin Warnken, Giulia Maenza, Sarah Jacob und Hanna Grabengießer teilten sehr lebhaft ihre Erfahrungen am Mittwochabend im Wissenschaftstheater des phaeno mit. Da sich Hanna Grabengießer aufgrund der Ausreisebeschränkungen noch in Südafrika befindet, nahm sie per Skype-Video an der Veranstaltung teil.

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