- Intercultural Dialogue

Am 04. Juni stellten Lina Neugebauer und Marius Dehm den IFK beim jährlich stattfindenden Intercultural Dialogue vor, welcher vom Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Mike Hoffmeister vor mehr als zehn Jahren an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften initiiert wurde. Aufgrund der derzeitigen Regelungen wurde die Veranstaltung in diesem Jahr online durchgeführt. Weiterlesen

- Ein Austauschsemester in Island – Josefine und Lena berichten

Einmal Island, bitte

Seit knapp vier Monaten sind wir – Josefine Maxara und Lena Schwenke – nun schon in Island und verbringen unser Auslandssemester an der Reykjavík University. Trotz der Corona Pandemie haben wir an unserem Traum, ein Auslandssemester zu absolvieren, festgehalten. Wir haben unser Auslandssemester um ein halbes Jahr verschoben und mit Island eine sehr gute Wahl getroffen. Auf der Insel gibt es äußerst wenige Corona Fälle, sodass wir die Möglichkeit haben, ein normales Leben zu führen. 

Anreise 

Ursprünglich hatten wir geplant, Anfang Januar gemeinsam nach Island zu reisen. Da Lena sich kurz vor der Abreise mit Corona infiziert hatte, sind wir allerdings allein und zeitversetzt in Island angekommen.

Für die Einreise nach Island ist eine vorab Online Registrierung auf einer isländischen Covid-19 Webseite notwendig. Außerdem mussten zu Beginn des Jahres bestimmte Corona Regelungen eingehalten werden, ausgenommen davon waren Genesene und/oder Geimpfte. Die Einreisebedingungen sahen einen PCR Test am Flughafen direkt nach der Einreise und eine 5 tätige Quarantäne vor, die Josefine praktischerweise in unserer Wohnung in Reykjavík verbringen konnte. Für den Zeitraum der Quarantäne war es möglich, Lebensmittel in die Wohnung zu bestellen, die noch am Tag der Ankunft geliefert wurden. Während der Quarantäne waren Spaziergänge und Sport im Freien erlaubt und auch die online Einführungswoche der Reykjavík University hatte schon begonnen. So gingen die 5 Tage sehr schnell vorbei. Nach einem weiteren negativen PCR Test am Ende der 5 Tage, konnte Josefine die Quarantäne dann beenden.

Insgesamt funktioniert das Corona Management in Island sehr gut. Wie in Deutschland gibt es auch hier eine App, in der die durchgeführten Corona Test angezeigt werden.

 Erste Eindrücke 

Wir wohnen gemeinsam mit einer Mitbewohnerin aus Belgien in einer WG. Diese haben wir über die Website Housing Anywhere gefunden, auf der Zimmer für einen längeren Zeitraum vermietet werden. Unsere Wohnung ist sehr modern, die Uni ist nur fünf Minuten und die Innenstadt zehn Minuten entfernt. Die ersten zwei Wochen sind wir die meisten Wege gelaufen und gelegentlich mit dem Bus gefahren. Für uns stand aber früh fest, dass wir uns ein Fahrrad kaufen wollen, um flexibler und schneller zu sein. In einer Facebook Gruppe sind wir nach einer Woche fündig geworden.

Die ersten Wochen im Januar waren sehr dunkel und kalt, die Sonne ist erst gegen halb elf aufgegangen, um kurz nach vier ging sie schon wieder unter. Wir haben die dunkleren Tage aber sehr gut überstanden, in dem wir viele Freizeitaktivitäten unternommen haben. Sehr populär ist es in Island, baden zu gehen. In Reykjavík allein gibt es 18 Schwimmbäder. Zum größten Teil sind diese unter freiem Himmel. Es gibt verschiedene Becken die bis zu 42 °C heiß sind. Hier treffen wir uns oft mit Freunden und können uns dabei herrlich entspannen. Wir waren schnell Teil einer Gruppe von elf international Studierenden. Jeden Montag treffen wir uns, um gemeinsam Yoga zu praktizieren und danach gemeinsam zu kochen.

Schon in Wolfsburg waren wir Mitglied in einer CrossFit Box. Uns war schnell klar, dass wir hier weiterhin zum CrossFit gehen möchten, denn dieser Sport ist hier in Island sehr berühmt und viele erstklassige Athleten stammen von der Insel.

Kurse und Uni Alltag

Das fünfte Fachsemester unseres BWL Studiums absolvieren wir an der Reykjavík University. Hier studieren ca. 2800 Studierende Business, Computer Science, Law, Engineering, Sport Science oder Psychology. Das Uni Gebäude liegt direkt am Meer und ist sehr modern und hochwertig ausgestattet. Insgesamt läuft der Studienalltag etwas anders als an der Ostfalia ab. Wir haben schon während des Semesters Assignments oder Gruppenarbeiten, die abgegeben werden müssen. Dafür ist die Klausur am Ende des Semesters aber nicht mehr so hoch gewichtet. Wir haben die Kurse Operations Management; Sales Management; Portfolio Management und Sustainability, ESG and Sustainable Finance besucht. Die Vorlesungen waren entweder aufgezeichnet oder fanden online auf Zoom oder Teams statt. Da es aber sehr wenige Corona Fälle in Island gab, konnten wir jederzeit in die Uni gehen und dort lernen und uns für Gruppenarbeiten treffen.

Wochenendausflüge

Island bietet sich hervorragend zum Reisen an. Während im Sommer die zahlreichen Lupinen Felder blühen, die Landschaften in grünen Farben strahlen und der geschmolzene Schnee die Wasserfälle und Flüsse füllt, gibt es auch im Winter einiges zu bestaunen.

Deshalb nutzen wir die Zeit abseits des Unialltages gerne, um die schroffe Landschaft Islands mit all ihren Naturphänomen zu erkunden. Das Innere Islands, auch Hochland oder Highlands genannt, ist nur wenige Wochen im Juli und August mit dem Auto befahrbar. Deshalb sind wir vor allem auf der Ring Road gereist, die Hauptstraße Islands, die einmal Rund um die Insel führt. Entlang dieser Straße gibt sehr viel zu sehen und aufgrund der Größe Islands ist jeder Ort maximal 12 Stunden entfernt.

Der Westen

Bereits zwei Wochen nach Ankunft haben wir mit unserer Gruppe den ersten Ausflug unternommen. Es ging nach Bifröst, welches im Westen der Insel liegt. Bereits bei der Fahrt zu unserem Airbnb haben uns die Schneemengen Probleme bereitet, unsere Unterkunft zu erreichen. Am nächsten Morgen wollten wir einen Ausflug unternehmen und mussten jedoch feststellen, dass die Schneemengen für unsere Mietwagen unüberwindbar sind. Daher haben wir den Tag im Airbnb verbracht und die Schneemassen für einen Spaziergang und eine Schneeballschlacht genutzt. Am nächsten Tag wurden wir dann von unserem Vermieter mit einem Schneemobil gerettet.

Ca. zwei Stunden Autofahrt von Bifröst entfernt, liegt die Halbinsel Snæfellsnes. Diese haben wir am letzten Tag unseres Ausflugs erkundet. Sie ist geprägt von Stränden, Steilküsten, Wasserfällen, Höhlen, einem Vulkan und dem Gletscher Snæfellsjökull.

Der Süden

Für unseren zweiten Ausflug haben wir uns den Süden Islands vorgenommen. Von Reykjavík aus ging es mit zwei Mietwagen in das Dorf Vík, welches für die Lage am Meer und eine berühmte weiße Kirche bekannt ist. In Island sind schon die Autofahrten an sich ein Erlebnis. Während man in einem Moment noch Lavafelder überquert, erwarten einen einige Kilometer weiter schneebedeckte Landschaften, steile Felsen und Berge am Straßenrand. Daher haben wir bereits auf dem Weg nach Vík einige Stopps gemacht. Zum Beispiel an den beliebten Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss. Besonders schön fanden wir aber die zwei eher unbekannten Wasserfälle Gljúfrabúi und Kvernufoss, die man nach einer kurzen Wanderung erreicht hat und die ebenfalls auf dem Weg lagen.

Auf dem Weg nach Vík liegt auch der Vulkan und Gletscher Eyjafjallajökull, der 2010 mit seinem Ausbruch weltweit Aufmerksamkeit erregt hat. Bevor wir das Apartment in Vík erreicht haben, konnten wir noch ein Bad im Hot Tub Seljavallalaug am Fuße des Eyjafjallajökull genießen.

Auch auf der Rückfahrt gab es noch einiges zu sehen. Einen schwarzen Sandstrand, tosende Wellen, abgebrochene Felsen im Meer und den südlichsten Punkt des isländischen Festlands.

Van Tour

Mitte März haben wir uns einen Van gemietet, um die gesamte 1332 km lange Ring Road in drei Tagen abzufahren. Typisch isländisch an diesem Road Trip war das wechselhafte Wetter. Wir fuhren im Sonnenschein los, landeten 100 km weiter in einem Schneesturm und nach einer Nacht voller Windböen im schwankenden Van ging es morgens im Regen weiter.

 

Auf dem Road Trip haben wir Island hauptsächlich aus dem Auto erkundet und oft nur kurze Stopps an Gletscherzungen, kleinen Fjorddörfern, Kirchen und zum Rentier beobachten gemacht. Von Reykjavík aus ging es über den Süden und die Kleinstadt Höfn in die Ostfjorde, die von hohen Bergen und tiefen Fjorden durchzogen sind. Dort konnten wir nicht weit von Egilsstaðir bei wolkenfreiem Himmel und Sonnenschein in den Bergen der Ostfjorde mit Meerblick Skifahren. Von den Ostfjorden führte der Weg am See Myvatn in die Stadt Akureyri, der zweitgrößten Stadt Islands mit knapp 20.000 Einwohnern. Danach ging es weiter in Richtung Westen, vorbei an den geschlossenen Straßen der Westfjorde über Borgarnes zurück nach Reykjavík.

 

 

Südosten

Im Südosten haben wir mit unserer internationalen Freundesgruppe einen Ausflug in die Nähe des größten Gletschers Europas, dem Vatnajökull, unternommen. Dort stand eine Gletschertour mit zwei erfahrenen Tourguides an, die wir privat über Instagram gefunden hatten.

Nach einer schaukeligen Fahrt mit einem großen Jeep erreichten wir einen Arm des Vatnajökull, den Breiðamerkurjökull. Ausgestattet mit Spikes, Klettergurten und Sicherungsseil begaben wir uns auf den Gletscher. Von dort aus kletterten wir gesichert durch die beiden Guides eine Eiswand hinunter und durften anschließend noch die Gletscherhöhle Sapphire Ice Cave bestaunen.

Direkt an den Gletscher schließt sich die Glacier Lagoon an. Vom Gletscher abgebrochene Eisbrocken werden über das Wasser der Glacier Lagoon einige hundert Meter ins Meer transportiert. Zwischen den riesigen Eisbrocken konnten wir sogar Robben entdecken. Der Meerzugang der Glacier Lagoon ist umgeben von einem dunklen Strand der aufgrund der einzelnen Eisbrocken an einen Diamanten Strand erinnern und deshalb auch als Diamond Beach bezeichnet wird.

Norden

In den Osterferien nutzten wir die Uni freien Tage für unseren fünften Ausflug. Diesmal ging es in den Norden Islands.

In dem Fischerdorf Siglufjörður konnten wir nach einer Wanderung den ganzen Fjord und die Schneeberge überblicken. Wir besuchten die Höhle Grjótagjá (dt.: Felsspalte), die in der Serie Game of Thrones als Filmkulisse diente. Aufgrund einer Eruption vor ca. 50 Jahren ist die Wassertemperatur in der Höhle allerdings auf 48 Grad Celsius angestiegen, sodass man dort heute leider nicht mehr baden kann. Außerdem haben wir einen der zahlreichen Vulkankrater Islands bestiegen.

Westman Islands

Die Westman Islands, in isländisch: Vestmannaeyjar, sind eine Inselgruppe im Süden Islands.

Für diesen Tagesausflug sind wir mit der Fähre auf die Insel gefahren und haben zu Fuß und mit E-Rollern die Insel erkundet. Nach einer Wanderung auf einen großen Felsen direkt am Hafen, hatten wir bei blauem Himmel eine atemberaubende Sicht über die gesamte Insel. Wir wanderten erneut auf einen Vulkan, der erst vor 50 Jahren ausgebrochen ist und entdeckten einen etwas versteckten Strand, der von einer kleinen Felshöhle umgeben war. Die Westman Islands sind einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Kraft des Meeres und der Wellen, sowie der Einfluss des Windes wird einem hier besonders bewusst. Einigen Häusern mit heruntergekommenen Wellblech Dächern konnte man diese besonderen Witterungsbedingungen ansehen. Das Highlight unseres Ausfluges waren jedoch die Puffins (Papageientaucher), die wir an der Steilklippe im Süden der Insel beobachten konnten. Dort brüten über 1 Million Puffins jährlich von Mitte April bis Mitte August.

Westfjorde

Anfang Mai haben wir uns auf den Weg in die Westfjorde gemacht, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Straßen dauerhaft frei sind. Für den Ausflug haben wir uns fünf Tage zeitgenommen, weil die Strecken entlang der Fjorde sehr lang sind. Wie im Rest Islands, ist auch in den Westfjorden die Autofahrt allein schon ein Erlebnis. Außerdem gibt es in den Westfjorden besonders viele natürliche heiße Quellen. Dies haben wir genutzt und haben uns nach einer kurzen Abkühlung im Meer mit Blick auf die Fjorde wieder aufgewärmt. In den Westfjorden lag auch im Mai noch Schnee, sodass wir das ein oder andere Mal umkehren mussten, da die Straßen nicht befahrbar waren. Trotz dessen haben wir sehr viel gesehen: den beeindruckenden Wasserfall Dynjandi, weiße Sandstrände, Robben, und auf den 400 Meter hohen Klippen Látrabjarg sogar Puffins und einen Polarfuchs.

Mit unserem Auslandssemesters haben wir außerdem genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, um einen Vulkanausbruch live mit zu erleben. Normalerweise bricht ca. alle fünf Jahre einer der zurzeit 130 aktiven Vulkane in Island aus. Ende Februar wurden wir morgens von einem Erdbeben der Stärke 5,3 geweckt und darauf folgte über zwei Wochen hinweg eine längere Erdbebenserie. Am 19.03.21 kam es dann schließlich zur Eruption des Vulkans Fagradalsfjall auf der Halbinsel Reykjanes, die nur ca. 30km von Reykjavík entfernt ist. Der Vulkanausbruch hat sich schnell zu einem Ausflugsziel entwickelt und auch wir konnten fünf Tage nach dem Ausbruch Zeugen dieses Naturschauspiels sein und die heiße Lava bewundern. Bei gutem Wetter kann man die Lava-Fontäne und aufsteigenden Rauch sogar von unserer Wohnung sehen.

Wir sind sehr dankbar für die großartige Zeit in Island, die vielen Erlebnisse und neuen Erfahrungen. Die Menschen, die Kultur und vor allem die Natur sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir fühlen uns hier richtig wohl!

 

 

 

- Förderung von kreativem Lernen durch Digitalisierung – Jörg Dräger spricht im Rahmen der IFK Signature Speech

Wie werden wir in Zukunft lernen? Auf diese Frage ging Dr. Jörg Dräger in der ersten „Signature Speech“ des Internationalen Freundeskreises (IFK) live aus der Autostadt in seinem Vortrag ein. Die Antwort des Vorstandsmitglieds der Bertelsmann-Stiftung ist dabei eindeutig: mithilfe digitaler und personalisierter Angebote. Weiterlesen

- Sonnige Grüße aus Cádiz von unserer IFK-Stipendiatin Jette Sobiech

Die ersten fünf Monate meines Auslandsaufenthaltes neigen sich dem Ende zu und ich möchte euch mit diesem Blogeintrag ein paar Sonnenstrahlen ins kalte Deutschland senden.

Ich habe mich nun endgültig eingelebt, bin im Alltag angekommen und manchmal fühlt es sich hier so an, als hätte ich nie etwas anderes gekannt. In meiner Umgebung, meiner Gastfamilie, der Schule und der spanischen Kultur fühle ich mich immer noch pudelwohl. Jeden Tag, wenn ich die frische Meeresluft rieche und das Wellenrauschen auf meinem Schulweg höre, bin ich dankbar, diese Entscheidung im letzten Jahr getroffen zu haben.

Neben den durchweg positiven Erfahrungen, die ich bisher hier in Spanien machen und erleben durfte, hat mich die Planung des Auslandsjahres und der kommenden Monate so einige Male in den Wahnsinn getrieben. Durch die derzeitige Situation haben sich meine Pläne unzählige Male geändert. Aus einem ganzen Jahr am anderen Ende der Welt, in Australien, wurden vier Monate in Cádiz, Spanien und weitere sechs Monate in Brighton, England. Durch die Mutation des Virus, die hohe Inzidenz in England und die stornierten und verschobenen Flüge hat sich mein Traum, ein paar Monate die englische Luft zu schnuppern, leider auch in Luft aufgelöst. Ich habe nun, nach einigen Monaten voller Ungewissheit, wie die nächsten Schritte aussehen, Klarheit und werde meinen ganzen Auslandsaufenthalt in Cádiz verbringen. Ich hätte mich wirklich sehr gefreut, ein weiteres Land kennenzulernen, noch einmal aus meiner Komfortzone zu treten und neuen Menschen zu begegnen. Ich denke aber, dass ich bestimmt irgendwann noch einmal die Möglichkeit haben werde, England auf eine andere Art und Weise zu erleben und bin sehr dankbar dafür, noch eine Weile hier bleiben zu dürfen. Unglaublich positiv ist dabei, dass ich bei Lola, meiner Gastmama und Sabrina, meiner Gastschwester bleiben darf und mich auch in der Schule noch nicht von meinen Freunden und Freundinnen verabschieden muss.

Ich bin mir auch sicher, dass dieses ständige Hin- und Her mich charakterlich hat wachsen lassen. Ich durfte lernen, dass Spontanität, Offenheit und Anpassungsfähigkeit wichtig sind um gerade in so einer ungewissen Zeit den Durchblick nicht zu verlieren.

Die Situation in Cádiz ist zum jetzigen Zeitpunkt noch entspannter als in Deutschland oder England. Das Verlassen von der Provinz Cádiz ist zwar leider nicht mehr möglich, um andere Städte im Umkreis zu besichtigen, doch die Gastronomie und Geschäfte sind weiterhin geöffnet. Wir dürfen an den Strand gehen und uns mit vier Haushalten verabreden. Außerdem findet mein Schwimmtraining und die Schule in Präsenz statt und ich kann so immer noch viel Spanisch sprechen, hören und lernen. Ich habe also auch die Möglichkeit weiterhin an meinen Freundschaften zu arbeiten, mich ab- und zu mit wenigen Freunden zu verabreden und trotz Maske und 1,5 m Abstand neue Gesichter sehen und kennenzulernen.

Während es in Deutschland regnete und schneite, habe ich die letzten Tage am Strand verbracht, mich so oft wie möglich mit Freunden getroffen und das schönste Wetter in vollen Zügen genossen. 15-20 Grad Celsius in den Wintermonaten, sagen meiner Meinung nach schon sehr viel über die Lebensqualität Andalusiens aus.

Besonders der letzte Monat und die Vorweihnachtszeit haben mir sehr gut gefallen. Wir haben die kleinen Weihnachtsmärkten in Cádiz besichtigt, waren Schlittschuhlaufen im Zentrum der Stadt und haben uns durch alle Weihnachtsspezialitäten Spaniens gefuttert. Auch die Tradition der zwölf Trauben zu jedem Gongschlag an Neujahr durfte natürlich nicht fehlen. Ein gelungener Abschluss dieses verrückten Jahres.

Mit sehr viel Vorfreude blicke ich auf die nächsten Abenteuer und Erlebnisse während meiner verbleibenden Zeit in Cádiz. Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

Saludos y besos de Cádiz

Jette

Roman Kissling schreibt über sein Auslandsschuljahr in Weymouth, England

Zitat

Nachdem ich bereits ein Auslandsjahr in Weymouth (England) verbracht hatte, habe ich mich dazu entschlossen noch ein weiteres Jahr dort zur Schule zu gehen, um mich am A-level (dem britischen Abitur) zu versuchen.

Bereits bei meinem ersten zehnmonatigen Auslandsjahr habe ich Gefallen an der kleinen Hafenstadt Weymouth gefunden. Ich wurde überall mit offenen Armen empfangen und hatte wenig Probleme Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen. Dadurch habe ich nun auch die Möglichkeit das erste Mal selbstständig in einer Wohngemeinschaft zu wohnen und meine Kurse in Biologie, Spanisch und Drama an der Budmouth Academy fortzusetzen.

Der normale Schulalltag sieht ähnlich aus wie in Deutschland. Je nachdem wann ich meine Kurse habe, gehe ich zu Fuß zur Schule oder werde von einer Freundin gefahren. Normalerweise geht der Schulalltag von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr, mit einer Mittagspause. In meiner Schule haben wir viele unabhängige Lernstunden in denen wir die Möglichkeit haben den Stoff zu wiederholen oder Hausaufgaben zu machen. Vor der Mittagspause gehen wir dann in unsere Tutorgruppen, in denen wir über unterschiedliche aktuelle Themen sprechen und uns über den Schulalltag austauschen.

Ich fühle mich sehr wohl in meiner Schule und besonders der Dramaunterricht macht mir sehr viel Spaß, auch wenn das Lesen von Shakespeare oder das Vorspielen vor anderen Klassen als Nichtmuttersprachler zunächst angsteinflößend sein mag, macht es umso mehr Spaß Schritt für Schritt die Texte zu begreifen und vor Anderen vorzuspielen.

In dem Video welches hier verlinkt ist können Sie den Werbefilm der Schule sehen in dem auch ich vorkomme. Vielleicht bin ich ja zu erkennen.

 

Nach der Schule gehe ich meistens nach Hause, um mir Essen zu kochen und noch ein paar Schulsachen zu erledigen, bevor ich mich mit Freunden treffe um entweder in die Stadt, an den Strand oder ins “Gym” zu gehen.

Fast überall hier ist das Meer nicht weit entfernt. So habe ich von meinem Haus zum Beispiel einen schönen Blick auf das Meer und auch in die Stadt ist es nicht mehr als ein zwanzig minütiger Spaziergang. Im Sommer ist Weymouth einer der beliebtesten Urlaubsorte in England. Es wimmelt hier nur so von Touristen.

Durch Corona befinden wir uns jetzt wieder in einem kompletten Lockdown. Die Schulen sind zu, es wird von zuhause gelernt und sogar die A-level Prüfungen wurden abgesagt und es wird nach Alternativen gesucht die Schüler zu bewerten.

Dadurch konnte ich leider nur wenig Nutzen aus der direkten Zugverbindung nach London ziehen. Kleine Trips nach Dorchester, dem Wohnort von Thomas Hardy (nach einem Gedicht von ihm ist auch unsere Schule benannt) sind da zurzeit realistischer.

Ich verstehe mich sehr gut mit meinen drei Mitbewohnern, die alle mindestens fünf Jahre älter sind als ich. Zwei von Ihnen sind über die Weihnachtstage und Lockdown nach Hause gefahren und ich verbringe die Lockdown Zeit mit nur noch einem von ihnen.

Leider war es mir in der Weihnachtszeit nicht möglich meine Familie in Deutschland zu besuchen, weil die Grenzen geschlossen waren. Auch wenn dadurch die Weihnachtsfeiertage anders waren, war mein erstes Weihnachten alleine in einer Wohngemeinschaft durchaus ein Erlebnis.

In diesen Zeiten von Brexit und Corona habe ich viele verschiedene Eindrücke von England und den Briten bekommen. Dadurch das ich zurzeit ein Jurastudium in London anstrebe betrifft mich dieses Thema mehr als mir lieb wäre.

Ein Großteil der Menschen, die ich kenne lehnen den Brexit ab, trotzdem begegne ich auch hier und da mal Leuten die kein Problem mit dem Brexit oder der aktuellen Regierung haben.

An der Gastfreundschaft der Engländer hat der Brexit jedoch nichts geändert. Überall wurde ich offen empfangen und mit einbezogen. Ich freue mich sehr auf die Zeit nach dem Lockdown und bin gespannt wie sich die Dinge im Sommer entwickeln.

Ganz liebe Grüße aus Weymouth, take care

Roman

Jette Sobiech schreibt über ihr Schuljahr in Cádiz

Zitat

4 meses en Cádiz…

Ich habe das große Glück insgesamt vier Monate in Cádiz zu verbringen. Kaum zu glauben, dass ich nun schon fast zwei Monate hier bin. Die Zeit verging unglaublich schnell und irgendwie realisiere ich immer noch nicht, dass die Hälfte meines Aufenthaltes in Cádiz schon vorbei ist.

Meine Ankunft in Spanien, Anfang September 2020, verlief einwandfrei. Es hat nicht einmal eine Woche gedauert, bis ich mich an meine neue Gastfamilie, die unbekannte Umgebung und an meine Schule gewöhnt hatte.

Meine Gastfamilie besteht insgesamt aus 3 Personen. Meiner 67 jährigen Gastmutter Lola, meiner italienischen Gastschwester Sabrina und mir. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl und schon fast wie zu Hause gefühlt. Lola ist ein offener, lustiger und kommunikativer Mensch. Das kommt mir und meiner Gastschwester Sabrina wirklich sehr zu Gute. So haben wir immer etwas zu erzählen, es wird nie langweilig und wir sprechen und hören durchgehend Spanisch.

Auch mit meiner Gastschwester hätte ich kein größeres Glück haben können. Sabrina ist mir unglaublich ähnlich, wir haben die gleichen Interessen, können alles gemeinsam erkunden und sind uns in der kurzen Zeit schon beide gegenseitig sehr ans Herz gewachsen.

Die Wohnung meiner Gastmutter befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Meer und nur ca. 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Besser könnte es wirklich nicht sein.

Kommen wir nun zu der Stadt in der ich lebe: Cádiz. Auch hier kann ich nur von schwärmen. Cádiz ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Cádiz und befindet sich in der Region Costa de la Luz in Andalusien, also ganz im Süden Spaniens. Die Stadt ist größtenteils vom Atlantik umgeben, sodass es jede Menge unglaublich schöne Strände gibt. Cádiz ist außerdem die älteste Stadt Europas. An den meisten Tagen haben wir einen blauen Himmel und die Sonne scheint, sodass es auch im September/Oktober ziemlich warm ist und das Thermometer an vielen Tagen noch 30 Grad erreicht.

Cádiz, ist für mich persönlich, die ideale Stadt! Ganz besonders auch für Austauschschüler. Man kann sich gut orientieren und die Wege sind sehr kurz. Alles ist sehr schnell, entweder zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen.

Mein Tag beginnt um 8.00 Uhr mit der ersten Unterrichtstunde im „Instituto Columela“. Die Schule ist nur ca. zehn Minuten, zu Fuß, von mir entfernt und befindet sich direkt am Meer. So kann ich aus meinem Klassenraum und auch vom Schulhof, der auf einer Dachterrasse liegt, immer den Strand und das Meer sehen. Ich besuche mit fünf weiteren Austauschschülern die elfte Klasse. Bis jetzt hatten wir sehr viel Glück und konnten trotz Corona jede Woche zur Schule gehen. Der reguläre Schultag endet hier um 14:30 Uhr.

Bereits kurz nach meiner Ankunft habe ich mich bei dem lokalen Schwimmverein „Club Natación Bahia de Cádiz“ angemeldet um auch mein Hobby, das Leistungs-schwimmen, weiter auszuüben.
Ich trainiere normalerweise dreimal in der Woche und hatte auch schon die Möglichkeit an einem Schwimmwettkampf teilzunehmen.

Meine freien Nachmittage verbringe ich vorwiegend am Strand. Vor kurzem habe ich mich, neben meinem Schwimmverein, außerdem in einem Surfclub angemeldet. Hier stehen wir nun zweimal wöchentlich auf den Brettern. Das macht so unglaublich viel Spaß und bringt mich meinem eigentlichen Vorhaben, dem Jahr in Australien, ein wenig näher.
An den Wochenenden fahre ich meistens mit meiner Gastschwester, mit dem Zug oder Bus, in andere Städte in der Umgebung. Bis jetzt waren wir schon in Tarifa, Conil und Jerez. Leider wird dies aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionen zukünftig wohl nicht mehr so einfach möglich sein.

Cádiz ist im Vergleich zu anderen spanischen Provinzen aktuell noch nicht so stark von der Pandemie betroffen. Hier gelten allerdings die gleichen Regeln wie im ganzen Land – Abstand halten und durchgehend Maske tragen. Die Maske darf auch wirklich nur am Strand abgenommen werden.

Wir hoffen momentan alle sehr, dass sich die Corona-Infektionen durch die eingeleiteten Maßnahmen reduzieren und wir alle weiterhin ein halbwegs normales Leben führen können und natürlich auch zukünftig den Schulunterricht besuchen dürfen.

Ich freue mich sehr auf meine verbleibende Zeit in Spanien und auf die hoffentlich noch zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen.

Muchos saludos y abrazos de Cádiz,

Jette