- Merle Wiesner schreibt aus Budapest, Ungarn

„Szia! Oder auch Hallo zusammen!

Ich bin mittlerweile schon 2 Monate hier in Budapest und kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Geplant sind insgesamt 4 Monate Aufenthalt in Budapest um mein 5. Semester in BWL an der Edutus Universität zu absolvieren. Ich hatte zu Beginn einige Bedenken, in einem anderen Land zu studieren und alles auch noch auf Englisch. Diese Bedenken haben sich jedoch schnell in Luft aufgelöst und ich bin mir absolut sicher, dass ich mit der Entscheidung nach Budapest zu gehen alles richtig gemacht habe!

 

Anreise und Wohnen in Budapest

Zuerst einmal muss ich sagen, dass es sich wirklich sehr einfach und komfortabel von Deutschland nach Budapest reisen lässt. Mit der ungarischen Airline WizzAir kann man ab Hannover zu sehr erschwinglichen Preisen (wenn man rechtzeitig bucht) direkt nach Budapest fliegen. Auch von Berlin und mehreren anderen deutschen Flughäfen werden Flüge dieser Airline nach Budapest angeboten.

Nach knapp 1 ½ Stunden Flugzeit landet man dann etwas außerhalb auf einem vergleichsweise eher kleinen Flughafen. Das ist jedoch sehr komfortabel, da man so nach kurzen Wegen schnell den Ausgang des Flughafens erreicht, von wo man für umgerechnet 3 € mit dem Bus 100 E direkt in das Zentrum Budapests gebracht wird. Eine Taxifahrt, die wie die Busfahrt ca. ½ Stunde dauert, ist vergleichsweise teuer.

Wer sich auf Wohnungssuche in Budapest begibt, sollte damit frühzeitig beginnen, da gerade zum Semesterstart viele Wohnungen, vor allem in den angesagten Bezirken wie der fünfte, sechste und siebte Bezirk, schon vermietet sind. Auch sollte man darauf achten, dass viele Vermieter ihre Wohnungen meistens für mindestens ein Jahr vermieten wollen. Wer also kürzer bleiben möchte, sollte es wie ich mit einem AirBnB zur Langzeitmiete versuchen, womit ich gute Erfahrungen gemacht habe.

 

Die Universität

Der Hauptcampus der Edutus Universität liegt in der circa 50 km westlich von Budapest entfernten Stadt Tatabánya, der Campus in Budapest ist im Verhältnis dazu relativ klein und überschaubar. Die Vorlesungen finden in kleineren Gruppengrößen statt. In den Kursen, die ich besucht habe, saßen in der Regel immer zwischen 5 bis 15 Studenten. Ich empfand dies sehr positiv, denn durch die kleinere Gruppe fand viel Austausch mit den Dozenten statt und die Vorlesungen waren zum Teil sehr interaktiv gestaltet und haben zum Mitdenken angeregt. Die Vorlesungszeiten sind denen bei der Ostfalia sehr ähnlich: Die ersten Vorlesungen starten morgens um 8 Uhr, die letzten gehen bis kurz nach 18 Uhr. Eine Mittagspause wird zwischendurch um 13 Uhr für eine halbe Stunde eingelegt. Ich habe Kurse wie International Economics, Statistic, EU Studies und Logistic belegt, welche ich auf jeden Fall empfehlen kann.

 

Stadt, Land und Menschen

Budapest ist die Hauptstadt und zugleich mit Abstand die größte Stadt in Ungarn. In den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen, zieht es immer mehr Menschen nach Budapest, was ich auch vollkommen nachvollziehen kann. Denn die Stadt hat viel zu bieten: sehr viele, bei Tag und bei Nacht schöne Sehenswürdigkeiten und alle mehr oder weniger fußläufig aus dem Zentrum heraus zu erreichen. Grüne Parkanlagen, ein aktives Nachtleben sowie jede Menge Einkaufsmöglichkeiten und vor allem: ganz viel Abwechslung. In Budapest ist für jeden etwas dabei, sei es historisch bedingt durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, alternativ angetrieben durch viele verschiedene, hippe Cafés, abenteuerlich durch das Nachtleben des siebten Bezirks oder ganz einfach glamourös auf der Fashion Street im Herzen Budapests.

Beeindrucken kann Budapest auch mit seinen Thermen: als europäische Hauptstadt der Bäder gibt es eine sehr große Auswahl an Thermalbädern in den inneren Stadtbezirken, wo sich ein Besuch absolut empfehlen lässt. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen unter anderem die Fischerbastei mit der Matthiaskirche, das Parlament sowie die drittgrößte Basilika Ungarns, die St. Stephans Basilika. Um den Ausblick über Budapest mit all seinen Sehenswürdigkeiten zu genießen, ist die Aussichtsplattform bei der Freiheitsstatue auf dem Gellertberg sehr zu empfehlen. Hier kann man ein einzigartiges Panorama der ganzen Stadt am Tag, während der Dämmerung oder bei Nacht, erblicken.

Möchte man neben Budapest auch andere Teile Ungarns bereisen, so gibt es viele, günstige Bahnverbindungen ausgehend von den vier verschiedenen Bahnhöfen in Budapest. Ungarn beeindruckt durch eine schöne, grüne Landschaft und viele historische, kleine Städte in die sich mindestens ein Tagesausflug lohnt, wo sich vor allem Städte wie Esztergom und Szentendre empfehlen. Außerdem kann ich einen Ausflug in die Puszta Ungarns sehr ans Herz legen. Wir haben hier einen traditionellen, ungarischen Hof mit Wildpferden, ungarischer Pferdeshow und typischen traditionellen Essen und Trinken besucht.

Auch ein Ausflug zum See Balaton ist vor allem im Sommer zu empfehlen, welcher durch eine günstige Zugfahrt innerhalb von 2 ½ Stunden gut von Budapest aus zu erreichen ist. Durch seine Größe von 592 Quadratkilometer fühlt es sich an, wie ein Tag am Meer. Vor allem das kleine Dorf Tihany hat es mir angetan, jedoch denke ich, dass auch die vielen anderen kleinen Orte viel zu bieten haben.

Gerade im Herbst empfiehlt sich auch eine Wanderung in den Budaer Bergen. Mit dem Sessellift lässt sich der Janos Berg vom Buda-Rand der Stadt aus gut als Ausgangs-punkt erreichen. Nach einem kurzen Marsch erreicht man dann auch mit 527 Metern den höchsten Punkt Budapests, den Elisabeth Aussichtspunkt. Von hier aus erreicht man, mit einem Zwischenstopp um den besten Strudel Ungarns zu essen, die Kinder-eisenbahn. Die halbstündige Bahnfahrt ist ebenfalls sehr zu empfehlen, da sie direkt durch die Berge, Wälder und das Grüne verläuft.

Die Menschen hier in Budapest habe ich bis jetzt als sehr freundlich wahrgenommen. Viele von ihnen sprechen etwas Englisch oder sogar Deutsch, weshalb es bei der Verständigung bisher keine Probleme gab. Selbst wenn sie keins von beidem sprechen, haben sie versucht einem weiterzuhelfen und waren nicht abweisend oder gar unfreundlich. Außerdem merkt man, dass die Ungaren ein sehr stolzes Volk sind, weshalb auch Feiertage dementsprechend zelebriert werden.

Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass die Ungarn es mit der Pünktlichkeit eindeutig etwas lockerer sehen als wir Deutschen, es ist also in Ordnung, mal 5 bis 15 Minuten zu spät zu einer Vorlesung oder einem Treffpunkt zu erscheinen. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die Währung hier im Ungarn, der Forint. 1 € entspricht 350 Forint, das heißt, selbst ein Einkauf im Supermarkt kostet schnell mal 12.000 Forint. Hier kommt man also schnell ins rechnen, wenn man sich die Preise in Euro umrechnen möchte. Aber auch das hat man nach einiger Zeit drauf.

Die ungarische Kultur ähnelt jedoch schon etwas der deutschen, oder zumindest der europäischen Kultur, weshalb man sich hier nicht wirklich fremd fühlt und sich gut und schnell einleben kann.

Für mich sind nun die letzten zwei Monate angebrochen. Ich freue mich auf viele weitere Erfahrungen in dieser spannenden Stadt. Ein Bericht darüber erfolgt natürlich nach meiner Rückkehr.“

 

Viele liebe Grüße und bis dahin,

Merle