- Wolfsburger Stadtgespräche: Gefährdungslage Salafismus – Gründe und Prävention

Die Volkshochschule im Bildungshaus Wolfsburg, der IFK und der Deutsch-Arabische Freundschaftskreis luden gemeinsam zu einer Infoveranstaltung mit einem Vortrag von Dr. Andreas Schwegel vom LKA ein.

Über 40 Personen folgten der Einladung zum Wolfsburger Stadtgespräch „Gefährdungslage Salafismus – Gründe und Präventionen“. Zu Gast war Dr. Andreas Schwegel, Mitarbeiter beim Landeskriminalamt Niedersachsen und Geschäftsführer der Kompetenzstelle Islamismusprävention Niedersachsen (KIP NI).

„Islamismus ist nicht der Islam“, leitet Dr. Andreas Schwegel in seinen Vortrag zum Wolfsburger Stadtgespräch über die Gefährdungslage Salafismus ein und stellt seinen Ausführungen voran, dass Definitionen unumgänglich seien, um in einem Rechtsstaat eine Einordnung von Straf- und Gewalttaten vornehmen zu können. Diesen bildungspolitisch relevanten Ansatz unterstreicht Susann Köhler, kommissarische Leitung der VHS: „Zentral sind für mich neutrale Informationen und eine Einordnung aktueller Entwicklungen, um diese überhaupt nachvollziehen zu können.“

Der Salafismus gilt als dynamische, stark wachsende Szene im islamistisch-extremistischen Spektrum und zeigt eine klare Abgrenzung zu unserem Rechtsstaat auf: Im Salafismus steht das Gottesgebot über dem weltlich geschaffenen Recht. Zudem sei diese Form des Islams religiös und politisch geprägt.

„Denen eine Grenze setzen, die demokratische Werte nicht teilen.“

Elisabeth Pötsch, IFK-Präsidentin, stellt klar: „Der IFK setzt sich für eine weltoffene Stadtgesellschaft ein, die die religiöse und kulturelle Vielfalt der Menschen als Bereicherung empfindet und fördert. Eine Grenze setzen wir jedoch extremistischen Tendenzen, rassistischen Weltanschauungen und radikalen Gruppierungen, die die demokratischen Werte von Freiheit und Toleranz nicht mit uns teilen möchte.“

Dr. Schwegel zeigt die Gefährdungslage durch eine steile Entwicklung der Kernanhänger in Deutschland auf, zu denen das Sympathisantenspektrum noch addiert werden müsse. Auch in einigen niedersächsischen Städten sind salafistische Aktivitäten zu verzeichnen. Im Mai 2018 wurden 880 Kernanhänger in Niedersachsen gezählt. Es gibt keine Entwarnung seitens der Sicherheitsbehörden, auch wenn das Thema nicht öffentlich präsent sei.

„Insbesondere Kinder bedürfen einer starken Betreuung.“

Dabei komme es immer wieder zur Radikalisierung von jungen Menschen, die Züge einer salafistischen Jugendsubkultur trage. Bei der Radikalisierung handele es sich um einen Prozess, bei dem Anzeichen im Sozialverhalten zu sehen sind. Diese kann äußerstenfalls zur Bereitschaft führen, Straf- und Gewalttaten zu begehen. „Insbesondere Kinder, die im ehemaligen Gebiet des IS aufgewachsen oder geboren worden sind und mit ihren Familien nach Deutschland entweder zurückkehren oder geflüchtet sind, bedürfen einer starken Betreuung,“ sagt Dr. Schwegel.

Neben den Gründen für eine Radikalisierung standen insbesondere die Präventionsstellen und die Netzwerke im Fokus, die in Niedersachsen und in Wolfsburg eng zusammenarbeiten. Wichtig sei, dass nicht weggeschaut werde, sondern mit den Menschen gesprochen wird. Dr. Mouhammad Husseini, 1. Vorsitzender des Deutsch-Arabischen Freundschaftskreises bringt seine Botschaft auf den Punkt: „Salafismus ist der Weg zum Terrorismus und die aufgeklärten Muslime sollten entschieden dagegen auftreten.“