- „Weit mehr als nur Tourist“

Vivian Bochem absolvierte ihr Auslandssemester im Rahmen ihres BWL-Masters an einer Wirtschaftsuni in Lissabon. In einem Vortrag berichtete die IFK-Stipendiatin nun von Eindrücken während ihrer Zeit in Portugal und gab Reiseinteressierten wertvolle Tipps.

Einleitend zeigte die erst kürzlich Zurückgekehrte das bunte Werbevideo des diesjährigen in Lissabon stattgefundenen Eurovision-Songcontests. Allein dieses internationale Event dürfte dem ein oder anderen Lissabon als Hauptstadt Portugals bereits nähergebracht haben. Als Gründe für ihr Auslandsstudium nannte die BWL-Masterandin Vertiefungsmöglichkeiten in ihrem Studienfach sowie das Erreichen eines höheren Levels in Portugiesisch. Die Grundlagen der Sprache erlernte sie bereits in einzelnen Sprachkursen vor ihrem Reiseantritt.

Die NOVA School of Business and Economics liegt im Lissaboner Stadtzentrum, Vivian Bochem wohnte in einer WG nur zwei Haltestellen entfernt. Ungefähr die Hälfte der Studierenden an der Uni kam wie sie aus dem Ausland. Der Alltag an der portugiesischen Hochschule gestaltete sich arbeitsintensiv: wesentliche Unterschiede seien mehrere Prüfungen in unterschiedlicher Form in nur einem Fach. Vivian Bochem investierte im Vergleich zu ihrem Studienalltag an der hiesigen Ostfalia Hochschule mehr Zeit in die Vorbereitung von Gruppenarbeiten und der Fertigstellung von Projekten.

Trotz des umfangreichen Studiums nutzte die 24-Jährige die Wochenenden und vorlesungsfreien Tage für einige Erkundungstouren in Lissabon und im Umland. Als Geheimtipp bei einem Aufenthalt in der portugiesischen Hauptstadt empfiehlt sie den Besuch des Pantheon. Ein Ausflug nach Porto führte die Stipendiatin nicht nur zum Ursprungsort des Portweins, sondern auch zur Wiege des Landesnamens PORTugal. „Insbesondere bei meinen Reisen durch die Dörfer fernab der Großstadt waren meine neuen Sprachkenntnisse sehr hilfreich“, erinnert sich Vivian Bochem. Besonders stolz sei sie auf ihr nun erreichtes Sprachniveau B1.

Neben den unzähligen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten – viele davon zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe – erkannte die Reisende einen Zwiespalt der Einheimischen zum Tourismus. „Einerseits ist er für viele Einkommensquelle und Wirtschaftsmotor des Landes, andererseits fühlen sich die Portugiesen vor allem im Lissaboner Stadtzenrum steigenden Mietpreisen ausgesetzt und selbst Uniabsolventen fürchten aufgrund der schlechten Wirtschaftslage um ihre Existenz. “

Insgesamt lagen die unerwarteten Erkenntnisse zahlenmäßig weit über den Erwartungen. Eine lockere Einstellung zur Pünktlichkeit, gute Engischkenntnisse sowie eine große Hilfsbereitschaft seien den Portugiesen gemeinhin zugeschrieben. Vivian Bochem war hingegen vom geordneten Straßenverkehr, den aufgrund der Nähe zum Atlantik regnerischem Wetter sowie den deutlich sichtbaren Wohlstandsunterschieden der Einheimischen überrascht. Ihr Fazit: „Lissabon ist eine Großstadt mit Heimatgefühl und als Auslandsstudent ist man weit mehr als nur Tourist“.

Der IFK bedankt sich bei seinem Partner, den Kunstmuseum Wolfsburg, wo der Verein regelmäßig Vortagsabende veranstalten darf.