Angelika Dettling studiert an der Vancouver Island University in Kanada

Zitat

IFK-Stipendiatin Angelika Dettling verbringt im Rahmen ihres BWL-Studiums an der Ostfalia Hochschule das Wintersemester 2017/18 an der Vancouver Island University in Nanaimo. Hier schreibt sie über ihre Eindrücke:

Nach über vier Monaten ist mein Auslandssemester nun leider schon vorbei und ich kann auf vier wundervolle Monate in Kanada zurückblicken. Die Zeit nach meinem letzten Bericht ist nur so wie im Flug vergangen und ich kann es kaum fassen, dass nun schon die letzten Klausuren geschrieben und die letzten Aufgaben abgegeben sind.

In der zweiten Hälfte meines Auslandssemesters habe ich die Kälte Kanadas kennengelernt. Während es auf Vancouver Island nicht viel kälter als in Deutschland ist, kann es auf dem kanadischen Festland sehr kalt werden. An einem Wochenende habe ich gemeinsam mit anderen internationalen Studenten einen Ausflug auf dem Festland zum Lake Garibaldi gemacht. Um zu dem wunderschönen Lake Garibaldi zu kommen, musste wir eine 18 Kilometer lange Wanderung machen.

Als wir an dem See angekommen waren, waren wir sehr beeindruckt von der Schönheit von diesem riesigen türkisblauen See, allerdings haben wir trotz mehrerer Schichten Kleidung so sehr gefroren, dass wir nach nur drei Minuten an dem See sofort wieder zurückgegangen sind. Nach der Wanderung waren wir fünf uns alle ganz sicher, dass wir am Lake Garibaldi den bisher kältesten Moment in unserem Leben miteinander erlebt haben.

Die Kälte hat aber auch ihre Vorteile und so hatte ich die Möglichkeit auf Vancouver Island und dann am Ende des Semesters in Whistler Ski fahren zu gehen. Für mich ist ein echter Traum in Erfüllung gegangen, als ich in Whistler Ski fahren war. Überall wurde ich an die Olympischen Winterspiele erinnert, die 2010 in Kanada stattgefunden haben. An mehreren Stellen im Skigebiet in Whistler sind olympische Ringe als Erinnerung aufgestellt wurden.

Anders als die meisten vermuten ist nicht Vancouver die Hauptstadt British Columbias, sondern die Stadt Victoria auf Vancouver Island. Im November habe ich einen Tagesausflug nach Victoria gemacht und das Royal British Columbia Museum besichtigt. Besonders interessant fand ich, wie hier versucht wird, die Geschichte der Ureinwohner Westkanadas aufzuarbeiten. In dem Museum gab es eine Ausstellung zu den Ureinwohnern Kanadas und ihren ursprünglichen Sprachen. Heute gibt es leider kaum noch Menschen in Kanada, die die 34 Sprachen der Ureinwohner sprechen, weshalb diese Sprachen sich leider in einem sehr kritischen Zustand befinden.

Auch an der VIU habe ich häufig gemerkt, wie versucht wird, die Geschichte der Ureinwohner in Kanada aufzuarbeiten. Zum Beispiel bekommen Studenten an der VIU am Anfang des Semesters immer eine Course Outline ausgeteilt, die alle Inhalte und ein Ablaufplan des Kurses darstellt. In jeder dieser Course Outlines war der folgende Satz zu finden:

Vancouver Island University acknowledges and thanks the Coast Salish nations of the Snuneymvuxw, Tla’Amin, Snaw-Naw-As and Cowichan for allowing us to teach, learn, live and share educational experiences on the traditional territories of these nations.

Außerdem müssen Nachfahren der Ureinwohner an der VIU keine Studiengebühren bezahlen und es wurde ein extra Gebäude errichtet, wo es regelmäßige Treffen für Nachfahren der Ureinwohner und andere Interessierte gab. Häufig kann man in British Columbia sogenannte Totem Poles finden, die an die Natureinwohner erinnern.

Es gibt unterschiedliche Arten von Totem Poles, die von den Ureinwohnern gestaltet wurden. Sie können zum Beispiel eine Geschichte erzählen oder einen Charakter darstellen. Die Bedeutung und die Gestaltung der Totem Poles ist abhängig vom Stamm und der Region. Auch auf dem Gelände der VIU wurde aus Respekt gegenüber der Ureinwohner Totem Poles aufgestellt.

Ich bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe ein Auslandssemester in Kanada zu machen und werde meine Zeit in Kanada nie vergessen. Das Land ist wunderschön und die Menschen sehr offen und aufgeschlossen. Während des Auslandssemesters habe ich viel über mich selber gelernt und auch erfahren, was besonders an unserer eigenen deutschen Kultur ist.

Außerdem habe ich nochmal gemerkt, wie wichtig es ist, sich mit kulturellen Unterschieden auseinanderzusetzen und kulturelle Unterschiede zu respektieren. Mit meinen Mitbewohnern werde ich auf jeden Fall versuchen in Kontakt zu bleiben und hoffentlich wird sich für uns die Möglichkeit ergeben, uns alle noch einmal wiederzusehen.

 

Angelika Dettling

 

Lesen Sie auf Seite 2 den ersten Bericht von Angelika Dettling:

Franziska de Vries verbringt ihr FSJ in Israel

Zitat

Ein fröhliches Shalom aus Israel!

Mein Name ist Franziska de Vries, ich bin 19 Jahre alt und habe vor einem Monat mein „Abenteuer Israel“ gestartet. Mein Freiwilligendienst läuft über die „Stiftung Ökumenisches Lernen“, eine Organisation der Landeskirche Braunschweig.

Ich lebe für ein Jahr in der Stadt Kiryat Tivon, einer Partnerstadt von Braunschweig. Kiryat Tivon heißt übersetzt „Park in den Hügeln“ und liegt in Galiläa im Norden Israels, in der Nähe der Hafenstadt Haifa. Tivon ist eine kleine Stadt mit 14.000 Einwohnern, aber es gibt alles, was man braucht: Supermärkte, Restaurants, Banken und eine Post. Zum Einkaufszentrum in der nächsten Stadt  fährt man mit dem Bus nur fünf Minuten.

Generell merkt man schnell, dass Israel klein ist und dass man leicht eigentlich überall hinkommt. An sich ist es ein sehr westliches Land, den deutschen und amerikanischen Einfluss bekommt man täglich mit. Zum Beispiel beim Einkaufen und beim Gespräch mit Menschen, die man auf der Straße trifft und die Deutsch sprechen können.

Ich lebe und arbeite mit elf anderen deutschen Freiwilligen zusammen in Tivon. Außerdem leisten noch acht „Shinshinim“, also israelische Freiwillige, ihren Freiwilligendienst vor ihrem Dienst in der Armee ab. Die Armee spielt hier eine große und wichtige Rolle, hier gilt noch die Wehrpflicht für Männer und auch Frauen. Ich werde mich wahrscheinlich nie daran gewöhnen, ständig junge Leute, die kaum älter sind als ich, in Armee-Kleidung und manchmal auch mit Maschinengewehren im Bus oder im Zug zu sehen. Jeden Tag fliegen Düsenjets lautstark über Tivon zu einem naheliegenden Stützpunkt der Armee.

Meine Arbeitsstelle heißt „Kfar Tikva“, „Dorf der Hoffnung“ auf Hebräisch, und ist eine kibbutz-artige Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Sie wurde im Jahr 1963 von israelischen Familien mit behinderten Kindern und deutschen Volontären aufgebaut. Es ist ein wirkliches Vorzeigeprojekt und ich bin sehr dankbar, dass ich ein Teil davon sein darf!

Im Kfar leben insgesamt 220 Menschen mit verschiedensten Behinderungen von Autismus über Parkinson bis hin zu psychischen Problemen. Jeder Mensch, der hier lebt, wird als „Chaver“ bezeichnet, was „Freund“ bedeutet. Schon dies zeigt, dass die Mitarbeiter hier ein besonderes Verhältnis zu den Bewohnern haben, es ist sehr freundlich und herzlich. Hierarchie ist natürlich vorhanden, doch dies soll nicht immer im Vordergrund stehen.

Die Bewohner haben einen strukturierten und ereignisreichen Tagesablauf. Es geht darum, ihnen ein schönes und glückliches Leben zu ermöglichen und ihnen trotzdem Entscheidungsfreiheit zu lassen. Von 8 bis 12 Uhr arbeiten sie in einem Workshop. Davon gibt es ungefähr 15, darunter die Holzwerkstatt, eine Tierfarm, den Garten, eine Keramikwerkstatt, ein Weingut und Workshops für Leute, die eine zu starke Behinderung haben oder zu alt sind, um in den anderen Werkstätten zu arbeiten. Dort malen sie und fädeln z.B. Perlen oder Fäden auf, was für viele Leute sehr anspruchsvoll ist. 50 Bewohner wohnen oder arbeiten in Tivon, z.B. in einem Restaurant oder in einem Supermarkt. Die Arbeit außerhalb des Kfars ist natürlich für die Chaverim (Freunde) besonders wichtig, da so ihre Selbstständigkeit gefördert wird. Aber auch für die Stadt ist diese Form der Arbeit von besonderer Bedeutung.

So werden Leute mit speziellen Bedürfnissen, doch auch oft besonderen Fähigkeiten, in das allgemeine Leben integriert. Außerdem ist es wichtig zu erwähnen, dass kein Chaver etwas für seinen Aufenthalt in Kfar Tikva bezahlen muss, alles wird vom Staat oder durch Unterstützer besonders aus den USA und aus England finanziert.

Ich arbeite jetzt seit zwei Wochen mit ungefähr 12 Chaverim in der Bäckerei. Dort werden jeden Tag entweder Kekse, Cracker, Kuchen oder Brote gebacken, hauptsächlich fürs Kfar, aber auch für die Menschen außerhalb. Die Arbeit gefällt mir wirklich sehr gut und die Menschen hier sind so herzlich und fröhlich. Ich lerne jeden Tag dazu, nicht nur neue hebräische Wörter, sondern auch neue Rezepte, da die hebräische Schrift anders ist und ich somit noch nichts lesen kann.

Für mich ist dies wirklich eine Herausforderung, da zwar viele Chaverim Englisch oder Deutsch verstehen und sprechen können, aber auch viele nicht und es deswegen immer wieder ein Abenteuer ist, ihnen mitzuteilen, was ihre Aufgabe ist. Auch die Workshopleiterin spricht nur gebrochen Englisch, doch so lerne ich schnell und verstehe oft schon, was heute gebacken wird.

Die Freiwilligen werden fantastisch aufgenommen und jeder freut sich, dass junge Menschen neue und frische Ideen mit ins Kfar bringen. Da seit 1963 deutsche Freiwillige beim alltäglichen Leben im Kfar helfen, weiß ich, dass wir wirklich gebraucht werden und dass ich hier einen Platz habe, an dem ich erwünscht bin.

Nach dem Mittagessen im Speisesaal geht es am Nachmittag weiter zu den „pnai-Aktivitäten“. Davon gibt es ungefähr 100 Stück und die Chaverim können sich aussuchen, an welchen sie teilnehmen möchten. Die Aktivitäten reichen vom einfachen Spazierengehen und Fahrradfahren über Bowling und Tanzen bis zu Malen, Chor und Musikhören. Es soll nicht einfach um Beschäftigungstherapie gehen, sondern darum, die Talente zu fördern und die Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Zusammen mit einem israelischen Mädchen biete ich Tanzen an, dort üben wir gerade eine Choreografie für „Rosh Hoshana“, den Beginn des jüdischen Jahres, ein. Doch wir spielen auch z.B. Stop-Tanz und es ist wirklich toll und herzerwärmend, mit den Bewohnern zu tanzen und zu sehen, wie viel Spaß sie trotz ihrer Beeinträchtigungen dabei haben.

Insgesamt habe ich mich in den drei Wochen, die ich jetzt hier bin, schnell eingelebt, fühle mich hier unglaublich wohl und zuhause. Meine Arbeit macht mir sehr viel Freude, auch wenn sie nicht immer einfach ist, und ich hoffe, dass ich den Menschen wenigstens halb so viel geben kann wie sie mir.

Israel ist so ein spannendes Land, ich kann es gar nicht abwarten, u.a. nach Jerusalem, ans Tote Meer und in die Negev-Wüste zu fahren. Ich freue mich auf das kommende Jahr, auf die Herausforderungen und auf die Abenteuer, die ich im Kfar und in Israel generell erleben werde.

Toda raba (Vielen Dank) für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal!

Franziska

 

Lesen Sie auf der Folgeseite über Franziskas weitere Erfahrungen:

Fabian Brandes studiert in Dublin, Irland

Zitat

Dia dhuit (Grüß Gott) aus Dublin, Irland,

Mein Name ist Fabian Brandes und ich bin 24 Jahre alt. Ich studiere Informatik an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und absolviere seit Februar 2017 ein Auslandssemester in Irland an der Dublin City University.

Ankunft in Dublin

Die Ankunft in Dublin verlief für mich reibungslos, da ich das Glück hatte, einen Platz im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus zu bekommen. So musste ich mich vor Ort nicht noch um eine Unterkunft kümmern. Meine Unterkunft teile ich mir mit zwei Iren, einer Spanierin und einer weiteren Austauschstudentin aus den USA.

Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes stand zunächst eine Orientierungswoche an. Die Woche begann mit einer Informationsveranstaltung über den Ablauf und das Leben an der Universität sowie in Dublin. Außerdem wurde an zwei Tagen eine Betreuung beim Erstellen des Stundenplans und für die Prüfungsanmeldung der Fächer angeboten. Hier ergab sich für mich das Problem, dass sich mehrere von mir gewünschte Fächer überschnitten, doch nach ein wenig Hin- und Herschieben von Fächern konnte ich einen Stundenplan zusammenstellen, der mir letztendlich doch sehr gefiel und mir außerdem zwei freie Wochentage bescherte, die sich zum Erkunden der Stadt oder des Umlandes angeboten haben.

Für den Rest der Woche hatte die Universität mehrere Aktivitäten geplant, so gab es eine Stadtrundfahrt und einen Nachmittag bei dem ältere Studenten eine Einführung in die irischen Nationalsportarten Gaelic Football und Hurling gaben. Bei dieser Gelegenheit konnte ich einige Leute kennenlernen, mit denen ich auch später immer wieder spannende und aufregende Dinge unternehmen konnte.

Ähnlich wie in vielen Fächern an der Ostfalia, setzen sich die Prüfungsleistungen aus einem praktischen Teil (in Form von Hausarbeiten oder Aufgabenblättern) und einer Klausur zusammen. In manchen Fächern wird auch auf Klausuren verzichtet und stattdessen komplett auf praktische Prüfungsleistungen gesetzt.

Die Universität

Der Campus der Dublin City University ist auf drei Standorte im Norden von Dublin aufgeteilt, wobei ich sämtliche Vorlesungen sowie meine Unterkunft auf dem Hauptcampus habe. Der Campus selbst bietet neben den Einrichtungen der Universität auch einen Einkaufsladen, einen Friseursalon, eine Apotheke und eine Bankfiliale für sämtliche kleine Erledigungen. Da der Hauptcampus momentan erweitert wird, befinden sich zurzeit ein paar Baustellen auf dem Campus und die Raumplanung war so in den ersten Wochen teilweise ein wenig chaotisch und die Bauarbeiten haben z. B. die Auswirkung, dass der erwähnte Einkaufsladen in Räumlichkeiten gezogen ist, in denen normalerweise die Klausuren am Ende des Semesters geschrieben wurden.

Die Baustellen mögen das Bild des, vorallem sehr grünen, Campus vielleicht ein wenig trüben, wie jedoch eine Kommilitonin treffend feststellte wäre dies aber ein guter Grund für einen späteren Besuch, wenn die Bauarbeiten fertiggestellt sind und der Campus sich von seiner besten Seite zeigen kann. Die Universität gehört zu den besten 50 Universitäten der Welt die unter 50 Jahre alt sind, was das Wachstumsstreben der Universität zeigt.

Für größere Einkäufe befindet sich ein Einkaufszentrum ca. 20 Minuten zu Fuß von der Universität entfernt. Die Universität ist außerdem sehr gut mit mehreren Busverbindungen in die Innenstadt ausgestattet, welche etwa eine halbe Stunde entfernt liegt. Dies ist für Dubliner Verhältnisse recht kurz, da die Haltestellen meist nicht weit auseinanderliegen und die Busse sich dadurch öfter wieder in den fließenden Stadtverkehr einordnen müssen. Die Fahrzeiten verlängern sich momentan auch deswegen, weil in der Innenstadt gerade mehrere Baustellen und geänderte Verkehrsführung zu finden sind. So wird momentan an einem Großprojekt gearbeitet welches die beiden einzigen Straßenbahn-Linien in Dublin (Ost-West und Süd-Stadtmitte) miteinander zu verbinden. Dies ist für mich auch das beste Beispiel, welches zeigt, dass Dublin eine Stadt mit zukunftsgerichtetem Blick ist, die ihre Infrastruktur stetig verbessert und mit der Zeit geht.

Leben auf dem Campus

Das Universitätsleben wird maßgeblich geprägt durch studentische Gruppen und die Angebote der Fakultäten. So stellen sich zum Beginn jedes Semesters alle studentischen Gruppen und Gemeinschaften vor und bieten den Studenten an, gegen eine geringe Anmeldegebühr der Gruppe beizutreten. Es steht dabei jedem Studenten frei, wie vielen Gruppen man beitreten möchte.

Jede Gruppe hat meist ein spezielles Thema oder Gebiet den sie sich widmet. So gibt es Gruppen die sich technischen Themen widmen und z. B. Vorträge von Wirtschafts- oder Industrieunternehmen anbieten, aber es gibt auch Gruppen, die sich Themen widmen, wie z. B. der Kultur bestimmter Länder oder aber bestimmten Hobbys und natürlich gibt es auch diverse Sportgruppen, sodass für jeden etwas dabei ist.

Viele Gruppen organisieren auch über das Semester verteilt immer wieder Veranstaltungen, so gab es dieses Semester bereits einen “Korea Day”, bei dem neben dem Land auch traditionelle koreanische Gerichte, Kleidung und Gepflogenheiten präsentiert wurden, einen Hackathon bei dem Studenten und ihre Computerkenntnisse gefordert werden sowie Sportveranstaltungen, wie etwa ein Basketball-Turnier.

Auf dem Campus befindet sich auch das sogenannte “Inter Faith Centre” welches von der Universität finanziert wird und regelmäßig Zusammenkünfte zum interkulturellen Austausch organisiert sowie die Möglichkeit für jeden bietet, seine Religion in geeigneten Räumlichkeiten auszuüben. Die Universität bietet auch diverse Möglichkeiten für die Entlastung der Studenten, so werden regelmäßig Sporttage veranstaltet und einmal im Semester findet die sogenannte Body and Soul Week statt wo den Studenten Entspannungsmöglichkeiten geboten werden (vergleichbar mit Wellness-Angeboten).

Da ich dies von der Ostfalia nicht kannte, konnte ich überrascht feststellen, dass an der Universität eine Reihe von Tanzbällen (im Kontrast zu den klassischen Studentenpartys) angeboten werden. So werden während des Semesters Bälle die von den einzelnen Fakultäten ausgerichtet wurden, aber auch Bälle mit speziellen Themen wie z. B. Harry Potter. Das Sommersemester endet dann mit dem großen Sommerball zum Ende des akademischen Jahres (der Studienverlauf in Irland ist nach Jahren organisiert, jedes akademische Jahr beginnt mit dem Wintersemester und endet, wenn das darauffolgende Sommersemester vorbei ist).

Als besonderes Highlight wurden wir Austauschstudenten zu einem Céilí eingeladen. Dabei handelt es sich um eine Tanzveranstaltung bei der in geselliger Atmosphäre traditionelle irische Tänze getanzt und traditionelle Lieder gesungen werden. Dies war nicht nur eine besondere Gelegenheit, um ein Stück irische Geschichte zu erleben, sondern auch, um weiter neue Leute unter den Austauschstudenten kennenzulernen.

Ein weiteres Highlight war natürlich auch der St. Patrick’s Day. Dies ist der Nationalfeiertag Irlands und gedenkt dem heiligen St. Patrick, dem Schutzpatron Irlands, welcher das Christentum nach Irland brachte. An diesem Tag dreht die ganze Stadt ein wenig durch. Die Straßen und Häuser werden in den Nationalfarben grün, weiß und orange und mit dreiblättrigen Kleeblättern (als Zeichen der Dreifaltigkeit) geschmückt. Den Tag über gibt es diverse Musik-, Kunst- und Theatervorstellungen und als Highlight findet ab 12 Uhr die Grand Parade quer durch die Innenstadt statt mit Blaskapellen aus den USA, Europa und Irland sowie Wagen mit satirischen Motiven (wie man sie vom Karneval kennt) oder irischen Sagengestalten. Nach der Parade verlagern sich die Feierlichkeiten dann in die Pubs wo bis zu später Stunde gefeiert wird.

Mein Fazit bisher

Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich bisher an der Universität sehr wohl fühle. Überall wo ich Fragen oder Probleme hatte, konnten mir Ansprechpartner der Universität stets mit Rat und Tat zur Seite stehen und dies immer mit der weltbekannten irischen Freundlichkeit.

Obwohl ich “nur” Austauschstudent an der Dublin City University bin, wurde ich trotzdem nach Anregungen und Vorschlägen zur Verbesserung einer ausgewogenen Auslastung der Studenten, meiner Gast-Fakultät, während des Semesters gefragt. Dadurch fühlte ich mich noch mehr als Teil der Universität, da auch ich nach meiner Meinung gefragt wurde, obwohl ich eigentlich nur temporär an der Universität bin.

Viele Grüße

Fabian Brandes

 

Mandy Müller studiert an der Nelson Mandela University in Port Elizabeth in Südafrika

Zitat

Meine erste Zeit in Südafrika

Seit dem ich am 29. Juni 2016 Kurs auf dieses einzigartige Land genommen habe, steht mein Herz Kopf. Wenn ich die ersten Wochen Revue passieren lasse, gibt es keine negativen Empfindungen. Alles erscheint mir unfassbar schön. Ich habe unzählige wundervolle Orte gesehen und noch viel wundervollere Menschen getroffen.

„Es gab tausend neue Erfahrungen die hinter jeder Ecke zu finden waren. Jeden Tag aufs neue. Keiner glich dem anderen.“

Zunächst musste ich bei der Ankunft feststellen, dass meine Unterkunft nicht sonderlich gut ausgestattet ist. Es gab kein Bett, keine Töpfe, keine Gläser. Es galt einen Adapter zu besorgen, um meine deutschen Elektrogeräte mit Strom versorgen zu können, und und und….

Also machte ich mich direkt am Ankunftstag daran, die örtlichen Fortbewegungsmittel zu erkunden. Die Reise zur Shoppingmall gestaltete sich als erstes Abenteuer. Hier ist alles nicht in so festen Strukturen. Der Busfahrer wechselte mal eben seine Route und verlangte einen enorm hohen Preis.

Am nächsten Tag begann das Abenteuer, das „wilde Meer“ zu entdecken. Ich hatte die erste Surfstunde in einer örtlichen Surfschule. Nachdem ich ebenfalls das „Port Elizabethanische“ Nachtleben erkundet hatte, startete am nächsten Tag das Orientierungswochenende. Dieses fand im Tsitsikama Nationalpark statt. Hier probierte ich „Zipplining“ aus, eine Art Seilrutsche, und lernte etwas über die südafrikanische Geschichte. Darauf folgten unsere Orientierungswoche in der Uni und unser erster Trip zu den Jeffreys Bay Open, der Surf-Welt-Tour. Jeffreys Bay ist ein Surferort, der eine Stunde von Port Elizabeth entfernt liegt und ein Stop auf der Weltsurftour war. Gleich am nächsten Wochenende fuhr ich erneut nach Jeffreys Bay, da mein Herz auf Anhieb vom Surfen begeistert wurde.

Die darauffolgenden Uniwochen sind im wie Flug vergangen und ich habe bereits viele schöne Orte gesehen. Einer davon ist ein wundervoller Wanderweg, nur etwa 20 km entfernt von meinem Zuhause. Aber auch weitere Reisen habe ich unternommen. An der Wildcoast, fernab vom modernen Port Elizabeth, konnte ich einen weiteren Eindruck von Südafrika gewinnen: endlos erscheinende, verlassene Strände. Mit einem gemieteten Auto und den Surfboards im Gepäck bin ich zuvor im Linksverkehr in Richtung „ursprüngliches“ Südafrika gestartet. Die Straßen hier teilt man sich nicht nur mit Fußgängern sondern auch mit Wildpferden, Kühen, Schweinen, Hunden, Schafen, Ziegen, Büffeln…

Meine Arbeit im „Little Angels Daycare“

Einer der Gründe, warum ich ein Auslandssemester an der N. Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth absolvieren wollte, ist das Little Angels Daycare. Es ist eine Art Kindergarten und Tagesbetreuung zugleich. Durch eine Kooperation mit meiner Universität wird mir die Möglichkeit gegeben Teil dieser Einrichtung zu sein.

„Die Kinder begrüßen mich mit der größten Herzlichkeit und Freude, die ich je erlebt habe, mit den Worten ‚teacher, teacher‘.“

Während Sie die ganze Zeit nicht von mir lassen können, überlege ich mir Spiele, die Ihnen Freude bereiten. Hierfür benötigen die Kleinen nicht viel. Wir malen mit unseren Fingern in der Erde, machen Musik mit einem Stock oder spielen Klatschspiele. Es gibt sogar ein paar Pflastersteine in rot und blau auf denen wir uns immer wieder neue Arten zum hin und her springen einfallen lassen. Während all dieser Beschäftigungen oder auch wenn man einfach mal nichts tut, strahlen die kleinen aus ihrem Herzen. Sie strömen eine unglaubliche Lebensfreude aus. Für sie gibt es keine Distanz zwischen ihnen und mir.

Zum Ende des Tages kommen etwas ältere Kinder im Little Angels an, die bereits die Schule besuchen. Mit ihnen darf ich gemeinsam an ihren Hausaufgaben arbeiten. Hier wird mir ein Einblick in das südafrikanische Schulsystem gegeben. Ich entdecke immer wieder sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zu meinen Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem.

Die Arbeit im Little Angels ist alles andere als einfach. Es gibt keine erkennbaren Strukturen, keine geregelten Tagesabläufe und bisher war noch keine Initiative von den Erziehern erkennbar. Nachdem wir angekommen sind gab es keine Einweisungen. Wir wussten nicht, was wir nun tun sollen, was unsere Aufgaben sind und wo wir was finden. Manchmal ist das Gefühl von unzähligen Kindern, die sich um einen drängen etwas beklemmend. Drei spielen in deinen Haaren, zwei weitere an deinem Gesicht und der nächste an deiner Brille.

„Meine Brille werde ich während meiner Arbeit im Little Angels definitiv nicht wieder aufsetzen. Das überlebt sie nicht, so interessant ist es für die Kids auf ihr herum zu tatschen.“

Die Kinder streiten sich darum, wer auf meinem Schoß sitzen darf und schubsen sich. Es gibt auch nicht wenige Situationen, in denen man sich aufgrund von mangelnder Hygiene unwohl fühlt. Selten findet man ein Kind, das nicht eine laufende Nase hat. Manchmal gab es Verhaltensweisen unter den Kids, in denen sich eine andere Einstellung zu Gewalt wieder gespiegelt hat. Auch hier ist es, nicht nur aufgrund sprachlicher Barrieren, schwer richtig zu reagieren. Doch was ist schon richtig und was ist falsch? Ich bin froh mich jede Woche erneut dieser Herausforderung stellen zu können.

Ich freue mich auf all die weiteren Tage, an denen ich mit offenem Herzen ins Little Angels gehen darf. Ich freue mich auf jedes weitere Lächeln, das ich auf dem Gesicht eines dieser einzigartigen Kinder sehen darf.

 

Weitere Berichte folgen.

Sonnige Grüße,

Mandy Müller

Lesen Sie hier, wie Mandy Müller ihre weitere Zeit in Südafrika verlebte:

Anna Lehrach studiert an der Hawaii Pacific University

Zitat

Rückblick: Mein Auslandssemester auf Hawaii

Die Anreise

Aufgrund der schnellen Zusage der Hawaii Pacific University (HPU) konnte ich mich frühzeitig um einen Flug bemühen. Die gängigsten Verbindungen nach Hawaii sind von Frankfurt über San Francisco, L.A. oder Seattle. Aber auch über Asien werden einige Flüge angeboten. Letztendlich entscheidet die Dauer der Reise darüber, wie hoch der Preis für den Flug ausfällt. Bei längeren  Zwischenstopps an Flughäfen, sinken die Flugpreise.

„Mit mindestens 24 Stunden Reisezeit muss man rechnen.“

Die Entfernung der Inselgruppe zum Festland wird häufig unterschätzt. Dabei ist Hawaii der Ort auf der Welt, der am weitesten von jeglichem Kontinent entfernt liegt.

Die Universität

Die Hawai‘i Pacific University wurde 1965 als Privatuniversität gegründet und hat heute circa 7.500 Studenten. Der Downtown Campus befindet sich direkt in der Innenstadt von Honolulu und ist Heimat der Wirtschaftsfakultät. Der Hawai’i Loa Campus in Kaneohe spezialisiert sich auf Meeresbiologie und Ozeanographie.

„Die Studentenschaft ist äußerst vielseitig, da sie sich aus jungen Menschen aus mehr als 80 Nationen zusammensetzt.“

Dadurch wird sichergestellt, dass die Studenten sich nicht nur fachlich, sondern auch kulturell weiterentwickeln.

Was kann man auf Hawaii unternehmen?

Hawaii ist auf der ganzen Welt für die unglaublich schöne Natur bekannt. Dementsprechend lässt sich dort sehr viel Zeit im Freien verbringen. Wandern, Joggen, Schwimmen, Surfen, Schnorcheln und Boogie Boarden sind nur einige der Freizeitaktivitäten, denen man auf Hawaii nachgehen kann. Schnorchel-Ausrüstung lässt sich relativ günstig bei Wal-Mart erwerben, während Surfboards natürlich etwas kostspieliger sind. Für Surfanfänger ist Waikiki auch der perfekte Ort, um die ersten Surfstunden zu nehmen.

Eine andere Freizeitaktivität auf Hawaii ist das Wandern. Ich war während des Semesters sehr viel auf den Wanderwegen Hawaiis unterwegs. Auf der Internetseite unrealhawaii.com finden sich zahlreiche Wanderwege, die nach Schwierigkeitsgrad strukturiert aufgelistet sind. Da einige dieser Wanderwege nicht so einfach zu finden sind, ist dort auch immer eine ausführliche Wegbeschreibung notiert. Zusätzlich ist die Länge des Weges angegeben, sodass wir beispielsweise unsere Wasservorräte gut einkalkulieren konnten.

„Der wohl bekannteste Wanderweg auf Hawaii ist der ‚Diamond Head.‘ Es handelt sich um einen relativ einfachen Wanderweg, an dessen Ende man mit einem atemberaubenden Blick über das Meer und die Stadt von Honolulu belohnt wird.“

Von den sechs Hauptinseln habe ich insgesamt vier sehen können. Auf Oahu habe ich die vier Monate gelebt, Maui und Kauai habe ich für jeweils vier Tage bereist und dabei circa $600 pro Reise ausgegeben. In den Reisekosten sind eine Airbnb Unterkunft, ein Mietwagen, der Flug, und Verpflegung für die Dauer der Reise inbegriffen. Auf Maui gibt es einen kleinen ehemaligen Walfänger Ort namens Lahaina, den man unbedingt besuchen sollte. Darüber hinaus ist die Road to Hana ein Must-Do bei dem Besuch der Insel.

Auf Kauai ist die Na Pali Coast eine der beeindruckensten Küstenlinien der Welt. Big Island habe ich am Ende des Semesters gemeinsam mit meiner Familie besucht. Die Insel hat mich am meisten beeindruckt, nicht zuletzt wegen des aktiven Vulkans, Kilauea und dem Schnee auf dem 4.200m hohen Mauna Kea. Generell lässt sich sagen, dass jede Insel sehr individuell ist und sich ein Besuch deshalb auf jeden Fall lohnt.

Kulturelle Erfahrungen

Da ich schon einmal für ein Jahr in Amerika gelebt habe, war ich kulturell nicht wirklich überrascht. Falls jemand allerdings zum ersten Mal in die USA reist, werden ihm schon viele Unterschiede auffallen.

„Was im Allgemeinen viele Europäer verwundert, ist die Offenheit und der Kommunikationsbedarf der Amerikaner.“

Viele empfinden das als anstrengend und oberflächlich, ich persönlich empfinde es aber als ein angenehmes Miteinander. Hinzu kommt, dass sie sehr hilfsbereit sind. Auf der Straße kann man fast jeden um Hilfe bitten und wird selten abgewiesen.

Im Restaurant ist es üblich deutlich mehr Trinkgeld zu geben als in Deutschland, weil es in Amerika keinen Mindestlohn gibt und die Servicekräfte somit von ihrem Trinkgeld leben. Zwischen 15-20% sind angebracht. Das ist zunächst ungewohnt. Auch an die Tatsache, dass nicht der Preis, der auf der Karte steht gezahlt wird, sondern noch die Umsatzsteuer hinzugerechnet wird, muss man sich gewöhnen. Diese wird in Amerika generell nicht ausgewiesen, was bedeutet, dass dies auch beim Einkauf berücksichtigt werden muss.

Während des Semesters habe ich auch drei „Feiertage“ miterlebt. Halloween war der Erste und wirklich ein Erlebnis. Obwohl es ein Montag war, hat sich jeder verkleidet und ist abends zunächst in Waikiki auf den Straßen unterwegs gewesen und anschließend zu einer der zahlreichen Halloween-Partys gegangen.

An Thanksgiving hat die Universität für erschwingliche $5 ein Thanksgiving Lunch organisiert, wo es typische Gerichte gab, wie beispielsweise Truthahn. Weihnachten war bei 25°C Durchschnittstemperatur auch ein sehr interessantes Erlebnis. Überall waren bunte Dekorationen, Schmuck an Palmen, in den Läden lief Weihnachtsmusik und das Personal hatte den gesamten Dezember Weihnachtsmützen auf.

Sprachliche Entwicklung

Da das amerikanische System ganz anders ist als das in Deutschland, ist die Lernerfahrung anders. Dem einen gefällt es, weil er das ganze Semester mit dem den Vorlesungsinhalten konfrontiert ist und so kontinuierlich lernt, während andere sagen, dass sie lieber am Ende eine Klausur schreiben und damit ihre Abschlussnote erhalten.

Sprachlich habe ich vor allem mit meinem Business Englisch Fortschritte gemacht. In der Umgangssprache war ich schon vor meinem Aufenthalt auf Hawaii relativ sicher, aber durch die seltene Konfrontation mit Englisch im Beruf war mein Business Englisch eher wenig ausgeprägt. Das ist nach dem Semester deutlich besser geworden.

Was bedeutet das Auslandssemester rückblickend für mich?

Für mich war das Auslandssemester auf Hawaii eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Ich habe mich sowohl persönlich, als auch sprachlich weiterentwickelt und kann nur jedem ans Herz legen, den Weg ins Ausland zu wagen. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, etwas ganz Neues zu erleben und Leute aus aller Welt kennenzulernen. Ein Spruch, der mich zu meinem Auslandssemester motiviert hat, war:

„Das Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet.“

 

Den ersten Teil des Berichtes lesen Sie auf der nächsten Seite:

Lena Lazinka studiert BWL auf Bali

Zitat

Selamat siang aus Indonesien,

genauer gesagt aus Bali, denn diese Insel darf ich momentan mein Zuhause nennen. Mein Name ist Lena Lazinka (im Bild 3. v. r.) und im Zuge meines BWL-Studiums verbringe ich ein Semester an der Universitas Udayana auf Bali. Meine Midterms sind vorüber, das heißt Halbzeit und ein guter Anlass von meinen bisherigen Erlebnissen zu berichten.

Mein Abenteuer begann am 25. August 2017. In meinem Flieger saßen größtenteils Pauschaltouristen, doch für mich sollte es kein Urlaub werden, sondern mein neues Zuhause für die nächsten vier Monate. Der Start war dann allerdings doch etwas anders als erwartet. Das Haus, das ich mir mit fünf weiteren Mitbewohnerinnen teile, habe ich auf Balis ruhiger südlichen Halbinsel fernab von touristischen Pfaden gewählt.

Und so führte das eine zum anderen und wir konnten am ersten Abend das Haus nicht mehr verlassen, da wir keinen Roller hatten und uns die Dunkelheit und die bellenden Straßenhunde zu sehr einschüchterten. Doch mittlerweile wissen wir mit den Hunden umzugehen und haben auch unsere Tricks, die Kuhherde, die unsere Einfahrt regelmäßig blockiert, zu vertreiben. Für mich ist es die beste Entscheidung gewesen, unter Einheimischen zu wohnen und nicht nur das „Paradies Bali“ kennenzulernen. Denn einerseits habe ich ein Zimmer mit Meerblick und andererseits sehe ich dunkle Rauchschwaden von verbrennendem Müll.

 

 

Bali – Island of gods

Diesen Namen hat sich Bali redlich verdient, denn ca. 85% der Balinesen sind Hindus und dies ist überall zu spüren. Ich kann keine 10 Meter laufen ohne eine Opfergabe umgehen zu müssen und überall gibt es Tempel – ganz kleine Haustempel oder große Tempelanlagen – in den schönsten Locations wie beispielsweise dem Uluwatu Tempel, der an einer Steilklippe gelegen ist. Der Alltag auf Bali ist geprägt von Ritualen und es duftet überall nach Räucherstäbchen. Zudem gibt es viele Feiertage, an denen große Familienfeiern und Zeremonien stattfinden. Ganz Bali ist zu diesen Festen mit selbstgemachten Girlanden und Opferschälchen aus Bananenblättern geschmückt. Der ausgeprägte Glaube aller Generationen auf Bali ist für mich einer der größten Unterschiede zu unserer deutschen Kultur – hier wird der Glaube nicht hinterfragt, sondern das balinesische Leben wird dahingehend ausgerichtet, die Götter zufrieden zu stellen.

Ein weiterer Unterschied ist das Zeitempfinden der Balinesen. Ganz nach dem Motto „Komme ich heute nicht, komme ich morgen“ werden Termine nur selten eingehalten. Diese Erfahrung durfte ich schon an einem meiner ersten Tage machen, an dem ich wie verabredet um 11 Uhr am Tor stand, um meinen Roller in Empfang zu nehmen. Im Endeffekt hat mein Rollervermieter Made diesen aber erst um 19 Uhr geliefert. Seine Herzlichkeit und die Entschuldigung „The traffic, you know?“, über die ich nur lachen konnte, haben aber alles wieder gut gemacht. Made ist übrigens ein Name, den man auf Bali ständig hört. Denn auf Bali erfolgt die Namensgebung nach der Reihenfolge der Geburt. Es sind Namen für vier Kinder vorgesehen, falls mehr Kinder geboren werden, geht es wieder von vorne los (bei Made handelt es sich um den zweitgeborenen). Bei Männern wird ein I vor den Namen gesetzt, bei den Frauen ist es ein Ni.

Eine andere Sache, an die ich mich gewöhnen musste, war der Verkehr. Unsere ersten Versuche auch mal etwas zu Fuß zu erledigen sind direkt gescheitert und ich bin seitdem eigentlich nur auf meinem Roller unterwegs. Roller sind hier das Verkehrsmittel Nummer eins, denn wenn die Straßen mal wieder verstopft sind, kann man mit dem Roller einfach den Fußweg benutzen (dieser gilt inoffiziell als Rollerstraße, denn Fußgänger sind rar) oder sich durch den Verkehr schlängeln. Die Einheimischen nutzen den Roller als Familienwagen (5 Personen auf einem Scooter sind keine Seltenheit), als Transportmittel für alles Erdenkliche, als fahrbares Restaurant oder als Verkaufsstand. Obwohl ich mich sehr schnell ans Fahren im geordneten Chaos gewöhnt habe, halte ich mich immer daran einen Helm und feste Schuhe zu tragen, denn das kann bei einem Unfall das Schlimmste verhindern.

 

Studieren, wo andere Urlaub machen

Ich studiere hier am internationalen Campus der Universitas Udayana in Jimbaran. Neben den einheimischen Studenten sind hier einige Austauschorganisationen untergebracht. Das Studium auf Bali unterscheidet sich sehr zu dem in Deutschland. Normalerweise arbeitet man in Deutschland immer nur auf die finale Klausur hin und bekommt während des Semesters keine anderen Noten. Hier ist es allerdings so, dass sich die Note aus vielen Teilnoten zusammensetzt. In meinen meisten Fächern muss ich zu jeder Woche Assignments anfertigen oder Case Studies bearbeiten. Außerdem haben wir bereits Midterms geschrieben und müssen Präsentationen halten. Der Arbeitsaufwand ist im Gegensatz zu Deutschland also relativ hoch, dafür sind die Vorlesungen recht locker gestaltet und bestehen oftmals aus offenen Dialogen.

Auf dem Campus haben wir eine Activitymanagerin, die Ausflüge und Workshops organisiert, damit wir Land und Leute besser kennenlernen und auch als Studenten in Kontakt kommen. So waren wir beispielsweise auf Nusa Lembongan zum Schnorcheln, auf einem Tagesausflug in ein balinesisches Dorf und zu Reisterrassen, bei einem Kochkurs, beim Surfen, Raften und beim internationalen Food Festival der Uni, wo jedes Land seine eigenen Spezialitäten verkauft hat.

Meine Vorlesungen sind nur auf drei Tage verteilt, das heißt ich kann die Wochenenden nutzen, um einige der über 17.000 Inseln Indonesiens zu erkunden. Da die Inlandsflüge relativ preiswert sind und man problemlos ohne Reisepass und mit Flüssigkeiten fliegen kann (in Deutschland wäre das nie vorstellbar), kommt man ziemlich gut auf benachbarte Inseln um Land und Leute besser kennen zu lernen, denn jede Insel hat ihre Eigenheiten. So war ich bereits auf Flores, um von dort aus einen mehrtätigen Segeltrip in Richtung Lombok zu machen.

Gestoppt haben wir unter anderem auf der Komodo Island, um die berühmten Komodowarane in freier Wildbahn zu sehen. Zu den anderen Stopps gehörten Wasserfälle, Schnorchelspots, Berge und einsame Inseln, die nur aus Sand und Palmen bestanden haben und in einem kurzen Spaziergang zu umrunden waren. Auf Lombok habe ich verschiedene Orte und Inseln besucht, wobei es erschreckend war zu sehen, wie sich die Insel langsam für den Tourismus bereit macht. Überall wurden Strandpromenaden gebaut, die überhaupt nicht in das ruhige Bild der Insel passen und viel Natur wurde zerstört, um Hotels zu bauen.

Ein weiterer Trip hat mich nach Java geführt, wo ich in der Nähe von Yogyakarta die beeindruckenden Tempel Borobodur und Prambanan angeschaut habe. Dort habe ich gemerkt, wie unnormal es für die Einheimischen ist, Touristen zu sehen. Denn sofort waren wir umzingelt von ganzen Schulklassen, die Fotos mit uns machen wollten. Außerdem war deutlich zu spüren, dass der Islam hier die vorherrschende Kultur ist. Vor allem da wir zwei alleinreisende weiße Frauen waren.

Ich bin schon gespannt, was mich alles noch erwarten wird!

Bis dahin viele sonnige Grüße,

Lena

Laura Wehner studiert BWL an der Nelson Mandela University in Port Elizabeth, Südafrika

Zitat

Südafrika ist ein beliebtes Ziel unter den IFK-Stipendiaten. Auch Laura Wehner studiert an der Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth. Hier schreibt Sie über ihre Erlebnisse und Eindrücke vom anderen Ende der Welt:

Während meines Auslandssemesters in Port Elizabeth und auf meinen Reisen durch das Land habe ich zahlreiche Facetten des Landes kennengelernt. Dabei ist mir auch nicht entgangen, dass die Geschichte des Landes ihre Spuren hinterlassen hat. Die Auswirkungen der Apartheid sind heute noch deutlich zu spüren. Eine der gravierendsten und für neue Besucher bereits am Anfang deutlich auszumachende Auswirkung der Apartheid sind die Townships. Durch den Group Areas Act von 1950 wurde das Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen Hautfarben in Nachbarschaften und Stadtviertel praktisch überall verboten. Schwarze und „Farbige“ wurden zwangsumgesiedelt in die Townships. Dies spiegelt sich auch heute vieler Orts noch in ethnisch stark unterschiedlichen Stadtteilen wider.

Das Bekannteste Township ist wohl Soweto, das South Western Township in Johannesburg. In Port Elizabeth ist das Walmer Township eines der ersten Gegenden die man erspäht, da es direkt an den Flughafen grenzt. Einige dieser Townships haben sich in den 23 Jahren seit Ende der Apartheid zu Wohnvierteln der gehobenen Mittelklasse entwickelt. Diese Tatsache überraschte mich, da ich das Wort Township zuvor nur mit schlechten Lebensbedingungen assoziiert habe.

Informelle Siedlungen gibt es aber auch noch immer, dort leben die Menschen in Wellblechhütten ohne Zugang zu Strom und fließendem Wasser. Anhand der sich so stark voneinander unterschiedenen Lebensumstände der Menschen wird die große Schere zwischen Arm und Reich einmal mehr deutlich. Südafrika ist Industrienation und Entwicklungsland zu gleich.

Auch wirtschaftlich gibt es noch immer große Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen. Der Großteil der Ladenbesitzer und Vorgesetzten ist auch heute noch weiß. Viele schwarze Kommilitonen haben von Vorurteilen berichtet, mit denen Sie besonders im Arbeitsleben zu kämpfen haben. Das Problem wird verschlimmert durch die großen Qualitätsunterschiede in der Bildung. Öffentliche Schulen haben einen schlechten Ruf, wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf eine Privatschule.

Studiengebühren waren während meines Auslandssemesters immer wieder Gegenstand lebhafter Diskussionen. Im letzten Jahr gab es an Universitäten im ganzen Land Aufstände gegen eine Erhöhung der Studiengebühren, die Hochschulen blieben wochenlang geschlossen. Auch wenn es seitdem keine Erhöhungen mehr gegeben hat, sind die Studiengebühren für viele deutlich zu hoch. Viele Studenten sind auf Stipendien angewiesen. Wir haben immer wieder Menschen getroffen, die gezwungen waren ihr Studium abzubrechen, weil ihr Stipendium weggefallen ist. In vielen Familien ist es Praxis, nur das älteste Kind auf die Universität zu schicken, damit es später die Familie unterstützen kann.

Das Viertel Maboneng ist mit seinen vielen Cafés und Kunstgalerien ein gelungenes Beispiel städtischer Erneuerung in Johannesburg (2 Bilder oben).

Trotz all dieser Probleme die noch bestehen, versprüht der Großteil der Bevölkerung Optimismus und einen Glauben an eine positive Zukunft. Das Land, das Nobelpreisträger Desmond Tutu als „Rainbow Nation“ bezeichnet hat, versucht sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Menschen stehen für ihre Nachbarn ein und die Frage, wie man etwas Positives für die „Community“ bewegen kann, kommt immer wieder auf. Die Lebensphilosophie des Landes lautet „Ubuntu“, ein Wort aus den Bantusprachen Zulu und Xhosa, das so viel wie „Nächstenliebe“ bedeutet. Der Ausdruck unterstreicht die Wichtigkeit gegenseitigen Respekts und drückt aus, dass man Teil eines großen Ganzen ist. Er wird immer wieder zitiert und wirkt wie das Motto der Nation.

Auch aus diesem Grund gibt es in Südafrika diverse Hilfsprojekte und gemeinnützige Organisationen, die versuchen die Probleme zu bekämpfen. Die Nelson Mandela University bietet für Austauschstudierende einen Kurs an, bei dem Studenten die Möglichkeit haben einen Nachmittag in der Woche bei einer solchen Organisation mitzuhelfen. Es soll den Studenten ermöglichen, mit der weniger entwickelten Seite des Landes in Kontakt zu kommen und so Erfahrungen zu sammeln und die eigene Sichtweise auf das Land verändern. Ich habe mich entschieden, das Projekt „Zanethemba“ zu besuchen und zu unterstützen. Es handelt sich dabei um ein Übergangsheim für Kinder bis zu sechs Jahren, die von ihren Eltern getrennt werden mussten. Sie bleiben in dem Heim, bis eine langfristige Lösung für sie gefunden werden konnte. Das ie kann eine Adoption oder die Übertragung des Sorgerechts auf ein anderes Familienmitglied sein.

Ich habe die Pflegekräfte in ihrem Alltag unterstützt und dabei viel über sie und Erziehung in Südafrika gelernt. Ich habe vorher nur sehr selten etwas mit Kleinkindern zu tun gehabt und es war schön mit ihnen Zeit zu verbringen und mit ihnen zu spielen. Die Probleme, wie z.B. Unterernährung, mit denen ich dabei in Kontakt gekommen bin, haben mir viel Stoff zum Nachdenken geben. Gleichzeitig war ich immer wieder beeindruckt von der positive Einstellung der Freiwilligen und der Pflegekräfte.

Viele Grüße

Laura Wehner

 

Lesen Sie auf der zweiten Seite den ersten Bericht von Laura Wehner:

Julian Schober studiert BWL an der University of Melbourne in Australien

Zitat

G’day aus Down Under,

mein Name ist Julian Schober und ich studiere seit Mitte Juli 2017 Betriebswirtschaftslehre an der University of Melbourne im schönen australischen Bundesstaat Victoria. Ungefähr die Hälfte meines Aufenthaltes hier in Australien ist, wie ich mit großem Erstaunen feststelle, schon vorüber – wohl ein guter Zeitpunkt, um die vielen Erfahrungen und Erlebnisse einmal Revue passieren zu lassen…

 

Eine Reise entlang der Ostküste

Als ich am 30. Juni am Frankfurter Flughafen zusammen mit meiner Freundin Sophia in den Linienflug TG927 einstieg und wir uns auf den Weg an das andere Ende der Welt machten, blickte ich gespannt auf die vor mir liegende Zeit: ein neues Land, eine neue Kultur und auch eine neue Universität, an der ich mein Studium weiter vorantreiben würde – all das versprach, ein großes Abenteuer zu werden. Doch bevor es an die neue Universität und an das Studieren ging, stand erst einmal eine Reise entlang der Ostküste Australiens an, die ich zusammen mit meiner Freundin geplant hatte. Aus diesem Grund startete unser von Frankfurt abhebender Flug auch nicht in Richtung Melbourne, wo mein Studium beginnen sollte, sondern in Richtung Brisbane, der Hauptstadt des australischen Bundestaates Queensland.

Angekommen in Brisbane wurde deutlich, warum Queensland auch als „Sunshine State“ bezeichnet wird. Denn obwohl wir Anfang Juli und somit im australischen Winter reisten, herrschten in Brisbane angenehme 18 bis 22 Grad – gute Startbedingungen also für die 14-tägige Reise.

Die ersten Tage vergingen dann wie im Flug. Neben der wunderschönen Natur um Brisbane herum (unter anderem konnten wir hier in einem nahen Reservat die ersten Kängurus und Koalas sehen) hatten wir auch die Möglichkeit, die mit über 2 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt Australiens selbst ein wenig zu erkunden. Von Brisbane führte uns unsere Reise nach einem kurzen Abstecher an die Sunshine Coast weiter zu „Surfers Paradise“. Dieser Ortsteil der Stadt Goldcoast wird aufgrund seiner langen weißen Sandstrände und der direkt in Strandnähe emporragenden Wolkenkratzer auch als „Miami des Südens“ bezeichnet.

Entgegen des eigentlichen Ortsnamens soll sich „Surfers Paradise“ aber wegen des zu geringen Wellengangs nicht besonders gut zum Surfen eignen – wobei ich dies nach ersten eigenen Erfahrungen im Wasser nicht bestätigen konnte. In der Umgebung der Goldcoast konnten wir auch einige Nationalparks, wie zum Beispiel den Springbrook National Park, hautnah erleben. Faszinierend war für mich hier insbesondere der rasante Wechsel zwischen großen Städten wie Brisbane und Goldcoast auf der einen, und tiefstem Regenwald mit unberührter Natur in den Nationalparks auf der anderen Seite.

Über die verschiedenen Nationalparks ließen wir Queensland schließlich hinter uns und gelangten in den zum Bundesstaat New South Wales gehörenden Badeort Byron Bay, der als Zufluchtsort für Aussteiger und Künstler ein ganz besonderes Flair versprühte. Bekannt ist die kleine Ortschaft auch für den Cape Byron Light, einem sich am östlichsten Teil des australischen Festlands befindenden Leuchtturm, von dem aus wir auch einige Wale beobachten konnte.

Als nächstes großes Ziel stand dann Sydney auf unserem Reiseplan, welches wir nach Aufenthalten in der Hafenstadt Port Macquarie und dem Sea Acres National Park erreichten. Sydney erscheint zunächst als typische Großstadt – Wolkenkratzer und symmetrisch geplante Häuserblocks bestimmen das Stadtbild. Einen lebendigen Kontrast hierzu bilden Grünflächen, wie die Royal Botanic Gardens, oder auch das als Freizeit-und Erholungsviertel bekannte Darling Harbour.

Ein besonderes Highlight für mich war aber natürlich das Sydney Opera House und ein nächtlicher Gang über die Harbour Bridge, von der aus sich ein beeindruckender Blick auf die Oper und die Skyline Sydneys bot.

Neben dem Erkunden Sydneys unternahmen wir auch einen Ausflug in die nahegelegenen Blue Mountains. Namengebend für dieses Gebirge ist das aus den Blättern der Eukalyptusbäume verdunstende Eukalyptusöl, das sich als feiner Nebel über die Wälder legt und die Berge so in einem bläulichen Schimmer erscheinen lässt. Während der Wanderung in den Blue Mountains konnte ich erneut einen Eindruck über die unendliche Weite der unberührten Natur in Australien gewinnen.

Kurz vor Ende unserer Reise entschieden wir uns, noch einen Kurztrip an das Great Barrier Reef zu unternehmen, und so flogen wir von Sydney aus auf die Whitsunday Islands, eine aus 74 Inseln bestehende Inselgruppe im Great Barrier Reef. Besonders faszinierend für mich war hier die Möglichkeit, im Riff zu tauchen. Die Unterwasserwelt, die sich uns während des Schnorchelns und Tauchens bot, war wirklich unglaublich – ein buntes Farbenspiel von Korallen, Fischen und anderen Meeresbewohnern – verdeutlichte die unglaubliche Vielfalt dieses einzigartigen Ökosystems. Umso erschreckender ist für mich die Tatsache, dass das Great Barrier Reef von der durch die globale Erderwärmung eingesetzten Korallenbleiche sowie der Kohleförderung massiv bedroht ist.

Neben diesen faszinierenden Erlebnissen am größten Korallenriff der Welt besuchten wir noch den auf der Whitsunday Island gelegenen Whiteheaven Beach, der mit einem Quarzgehalt von ca. 99% zu den weißesten Sandstränden der Erde zählt. Vom Great Barrier Reef ging es dann zurück nach Sydney, von wo aus wir uns dann auf das letzte Ziel einer fantastischen Reise machten: Melbourne. Hier angekommen konnten wir auf beeindruckende zwei Wochen zurückschauen, die uns Australien in seiner ganzen Schönheit und Komplexität etwas näherbringen konnten.

 

Das Leben und Studieren in Melbourne

Nun bin ich  mehr als 2 Monate in Melbourne und habe mich bereits gut eingelebt. Untergekommen bin ich im Yarra House, einem Studentenwohnheim der Hochschule Melbourne Polytechnic. Es befindet sich außerhalb des Zentrums im Stadtteil Fairfield und ich habe es aufgrund der bezahlbaren Miete ausgewählt. Zudem liegt es direkt im Yarra Bend Park, der größten Grünfläche der Stadtmitte, durch den der sich durch ganz Melbourne schlängelnde Yarra River fließt.

Das Leben im Wohnheim unterscheidet sich hier ein wenig von dem in deutschen Studentenwohnheimen. So wird vom Team des Yarra Houses ein buntes Freizeitprogramm über Ausflüge, Abendprogramme und Partys zentral organisiert. Auch Inspektionen („room inspections“) der Zimmer werden regelmäßig durchgeführt – ein Unterschied zu meinen Erfahrungen in Deutschland. Insgesamt konnte ich durch das intensive Zusammenleben schon viele Kontakte sowohl zu Australiern als auch zu internationalen Studenten aus der ganzen Welt schließen.

Durch die nicht ganz zentrale Lage des Wohnheims bin ich häufig mit dem Fahrrad unterwegs, welches in Melbourne aufgrund der relativ hohen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel (außerhalb der Free Tram Zone) auch meines Erachtens das beste Fortbewegungsmittel darstellt – vorausgesetzt, man bringt eine gewisse Wetterfestigkeit mit. Ich musste hier sehr schnell feststellen, dass von Melbourne zurecht behauptet wird, vier Jahreszeiten an einem Tag zu haben, und bin sehr froh, mittlerweile eine gute Regenjacke zu besitzen.

Zu meinen Vorlesungen an der University of Melbourne benötige ich mit dem Fahrrad jeden Tag ungefähr 20 bis 25 Minuten. Zur Universität selbst gehören 7 Campus, meine Vorlesungen finden jedoch ausschließlich am „Parkville-Campus“ statt. Beeindruckt hat mich hier vor allem die Größe. So gibt es auf dem Campus ein Schwimmbad mit Fitnesscenter, einen Football-Platz sowie eine große Halle mit verschiedenen Imbissen, Restaurants und sogar einem eigenen Supermarkt. Das Studieren unterscheidet sich darüber hinaus deutlich von dem an deutschen Universitäten.

Während in meinem Studium in Deutschland der Fokus auf die am Ende des Semesters stattfindenden Klausuren gerichtet wird, verteilt sich die Arbeit in Australien ausgeglichener über das ganze Semester. So gibt es beispielsweise mid-semester Examen, eine Vielzahl von Hausarbeiten und auch die wöchentliche Beteiligung an Tutorien wird teilweise bewertet. Das Studium an der University of Melbourne, die als eine der weltweit führenden Universitäten und als beste Australiens gilt, ist so generell mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden, aber natürlich bleibt mir auch genug Zeit, um die Stadt und die nähere Umgebung zu erkunden.

Melbourne selbst besticht – wie die Universität – durch eine hohe Internationalität. So war ich in den ersten Wochen durchaus überrascht, dass in meinen Vorlesungen mehr internationale Studenten teilnehmen als Australier. Aber auch in den vielen Pubs, Cafés und Bars bekomme ich viel von der Internationalität der Stadt mit – insbesondere verschiedene asiatische Sprachen sind an vielen Ecken in Melbourne zu hören. Ein beliebter Treffpunkt für mich ist das Stadtviertel Southbank.

Hier kann man an der am Yarra River gelegenen Promenade in einem der vielen Restaurants und Bars ein typisch australisches Ingwerbier genießen, während man einen schönen Blick auf die Skyline Melbournes erhält. Ein weiteres besonderes Highlight bisher war für mich, einmal Pinguine an der Küste des Stadtteils St. Kilda in freier Wildbahn sehen zu können – erstaunlich, dass diese sich in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt aufhalten.

Insgesamt verlebe ich bis jetzt eine wunderschöne Zeit in Australien – angefangen mit der der beeindruckenden Reise entlang der Ostküste, bis zu den Erlebnissen hier in Melbourne, bietet mir mein Auslandssemester einen sehr facettenreichen Blick auf die Welt. In den nächsten Wochen und Monaten plane ich noch einen Trip entlang der Great Ocean Road und eine Reise nach Neuseeland – aber egal was kommen mag, ich freue mich auf die verbleibende Zeit am anderen Ende der Welt.

 

Bis demnächst,

Julian

- Dobry dzień, Bielsko-Biała!

Anfang Juni besuchten 20 Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger die polnische Stadt Bielsko-Biała. Der IFK richtete anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Wolfsburg eine Bürgerreise aus. Der offizielle Empfang im Rathaus war dabei nur einer von vielen Höhepunkten im Aufenthaltsprogramm. Weiterlesen