- IFK-Stipendiatinnen zurück aus Südafrika: Ein Land der Gegensätze

Laura Wehner (l.) und Mandy Müller (r.) waren als IFK-Stipendiatinnen in Südafrika und hielten einen VortragMandy Müller und Laura Wehner sprachen über ihren Auslandsaufenthalt in 2016 und 2017 in Südafrika. Hier studierten sie an der Nelson Mandela Universität in Port Elizabeth und erfuhren viel über dieses Land voller Gegensätze. Der IFK förderte beide Studentinnen.

Zehn bis zwölf Stunden Flug sind es von Deutschland nach Südafrika. Hier absolvierten Mandy Müller im Jahr 2016 und Laura Wehner 2017 in Port Elizabeth ihr Auslandssemester in BWL. In der als „friendly“ und „windy“ City bekannten Stadt mit etwa 310.000 Einwohnern lockt die Nelson Mandela University mit ihrem über 22 Stockwerke hohen Campustower viele intenationale Studenten. Insgesamt 27.000 Studierende besuchen die Vorlesungen an den sieben Fakultäten. Hier klauen freilebende Affen aus dem benachbarten Naturschutzgebiet die Pausenbrote der Studenten.

Die beiden Wolfsburgerinnen berichten von einem Land voller Gegensätze und des Umbruchs: „Die einzelnen Fakultäten und Unigebäude liegen verstreut im gesamten Stadtgebiet. Ein Zeugnis der Apartheid“, berichtet Laura Wehner. Und bei weitem nicht das einzige: „Vor allem in den Townships gehören Diebstähle, Überfälle und Kriminalität zum Alltag der Einwohner. Als ausländischer Tourist sollte man diese Gebiete meiden“, ergänzt Mandy Müller, deren Auto auf einem mutmaßlich bewachten Parkplatz am hellen Tage aufgebrochen wurde. 2016 erlebte sie den nationalen Studentenstreik mit und durfte mehrere Wochen das Unigelände nicht betreten.

Im Gegensatz zu den Townships stehen schicke Stadtviertel mit hochumzäunten Villen von reicheren Familien. „Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Südafrika besonders weit auseinander“, sind sich beide Stipendiatinnen einig. Daher engagierten sie sich nach ihren Vorlesungen in Hilfsprojekten. Laura Wehner wusch Wäsche, kochte Abendessen und spielte mit Kleinkindern im „Zanethemba“, einer Art Übergangsheim für Ein- bis Sechsjährige in einem Township. Mandy Müller gestaltete die Freizeit von Kindergarten- und Schulkindern im „Little Angels“, half ihnen bei den Hausaufgaben und entwickelte kreativ Spiele mit einfachsten Mitteln: „Wir malten zum Beispiel mit Stöckern Bilder in die Erde“.

11 offizielle Sprachen werden von den 56 Millionen Einwohnern Südafrikas gesprochen. Neun Prozent der Menschen sind weiß, neun Prozent sind „coloured“, ein Prozent sind indischer Nationalität und der Großteil mit 81 Prozent ist dunkelhäutig. So gegensätzlich das Leben in der „rainbow nation“ ist, so vielfältig sind auch Flora und Fauna von einer Küste zur anderen. „Das Land ist sehr groß, es gibt Berge, Wüsten und wunderschöne Strände“, schwärmt Mandy Müller, die sogar Skydiving ausprobierte. Inzwischen studiert die 24-Jährige Wirtschaftspsycholgie im Master an der Universität Kassel.

Beide Studentinnen knüpften im Campuswohnheim Kontakte mit ihren internationalen Kommilitonen. Südafrika ist ein beliebtes Ziel unter Studierenden auf der ganzen Welt, die Verkehrs- und Lehrsprache ist Englisch, die Lebenshaltungskosten sind günstiger als in Deutschland. „Wie glücklich die Kinder in den Townships waren, auch ohne jegliche materiellen Dinge, das hat mich nachhaltig beeindruckt“, resümiert Mandy Müller ihre Erfahrungen. Und auch Laura Wehner „hat immer noch viele Eindrücke ihres Auslandssemesters zu verarbeiten“. Sie absolviert gerade ihr letztes BWL-Semester an der Ostfalia Hochschule.

Viel Lob für ihren prägnanten Vortrag erhielten die beiden Stipendiatinnen von den rund 30 Zuhörern im Presseraum des Kunstmuseums.

Am 17. April 2018 um 18:30 Uhr wird hier auch IFK-Stipendiat Julian Schober über sein Auslandssemester in Melbourne, Australien, berichten.