Angelika Dettling studiert an der Vancouver Island University in Kanada

Zitat

IFK-Stipendiatin Angelika Dettling verbringt im Rahmen ihres BWL-Studiums an der Ostfalia Hochschule das Wintersemester 2017/18 an der Vancouver Island University in Nanaimo. Hier schreibt sie über ihre Eindrücke:

Angelika Dettling in KanadaAm 13. August ging mein Abenteuer Kanada los. Ich bin zunächst nach Calgary geflogen, wo ich dann für zwei Wochen über die Rocky Mountains und Whistler zu meinem finalen Ziel Nanaimo auf Vancouver Island gereist bin. Im Rahmen meines BWL-Studiums mache ich ein Auslandssemester an der Vancouver Island University in Nanaimo. Erstaunt habe ich nun festgestellt, dass jetzt schon die Hälfte meiner Zeit vorbei ist.

Meine ersten Tage in Kanada haben mir direkt gezeigt, dass es die beste Entscheidung war mein Auslandssemester im Westen Kanadas zu machen. Die Rocky Mountains mit dem Banff und Jasper Nationalpark sind eine der schönsten Regionen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Die beiden Nationalparks sind eine Bilderbuchlandschaft aus hohen Bergen und Gletschern, Wasserfällen, türkisblauen Seen, Schluchten und Wäldern.

Einer der beeindruckendsten Orte war für mich der Lake Louise, der mit seiner türkisblauen, smaragdgrünen Farbe auf immer in Erinnerung bleiben wird. In Whistler konnte ich vor den olympischen Ringen stehen und noch immer das olympische Flair fühlen. Ich konnte mir vorstellen, wie hier viele Athleten ihre Medaillen für ihre außergewöhnlichen Leistungen in Empfang genommen haben. Ein besonderes Erlebnis war es, einen Schwarzbären am Straßenrand zu sehen. Bärenspray gehört hier zu der Grundausstattung für jede Wanderung. Direkt am Anfang unserer Reise wurde uns auch erklärt wie man sich zu verhalten hat, wenn man einem Bären über den Weg läuft.

Sehr begeistert bin ich auch von der Offenheit der Kanadier. Die Kanadier sind ein unglaublich nettes, aufgeschlossenes und hilfsbereites Volk. Als wir uns einmal in Whistler beim Mountainbiken verfahren haben und uns bei einer Frau nach dem Weg erkundigten, ist sie extra einen 30-minütigen Umweg gefahren, um uns den Weg zurück zu zeigen. Wenn man einem Kanadier eine Frage stellt, wird diese einem immer ausführlich beantwortet und meistens entwickelt sich daraus ein nettes Gespräch. Häufig wurde ich auch an der Bushaltestelle oder im Supermarket in der Warteschlange angesprochen.

Die Vancouver Island University ist in Nanaimo, der zweitgrößten Stadt auf Vancouver Island. Aufgrund ihrer zentralen Lage eignet sich Nanaimo hervorragend als Startpunkt, um Vancouver Island zu erkunden. Die Insel bietet eine unglaublich abwechslungsreiche Natur mit schneebedeckten Berggipfeln, unzählige Seen, Regenwäldern, Sandstränden und einer unglaublichen Insellandschaft. Außerdem eignet sich Vancouver Island hervorragend für Outdoor-Aktivitäten, so war ich hier schon Kanu und Kajak fahren, Höhlenwandern, Mountainbiken, Wandern, Surfen und habe Stand-Up-Paddle-Boarding ausprobiert. Jeder, der vor seinem Aufenthalt an der VIU noch nicht naturbegeistert war, wird es nach seinem Auslandssemester sein.

Auf Vancouver Island hat man die Möglichkeit unterschiedliche Arten von Walen zu sehen. Ich habe eine Walbeobachtungstour gemacht und es war super beeindruckend die größten Tiere des Ozeans in unmittelbarer Nähe zu sehen. Mit etwas Glück kann man auch Wale vom Land aus beobachten. Ich werde nun in Zukunft mehr auf meinen Plastikmüll achten, damit diese wundervollen Tiere nicht aussterben. Auch die wunderschöne Stadt Vancouver kann man in nur 1,5 Stunden mit der Fähre erreichen.

Gemeinsam mit sieben weiteren internationalen Studenten wohne ich in einer Wohngemeinschaft im Studentenwohnheim der VIU. Meine Mitbewohner kommen aus den Niederlanden, Spanien, Peru und Dänemark. Gemeinsam mit einer spanischen Austauschstudentin teile ich mir ein Zimmer. Ich habe schon viel über die Kulturen meiner Mitbewohner erfahren und einige spanische, dänische und niederländische Wörter gelernt. Es macht auch immer besonders Spaß, wenn wir gemeinsam kochen und Essen aus anderen Ländern ausprobieren.

Das Hochschulsystem unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland. Die Gruppen sind viel kleiner und es gibt einen sehr persönlichen Kontakt zum Professor, der auch mit Vornamen angesprochen wird. Während wir in Deutschland in den meisten Fächern nur eine Klausur am Ende des Semesters haben, müssen hier während des Semesters viele individuelle Ausarbeitungen, Hausaufgaben und Gruppenarbeiten abgegeben werden. Auch werden mehrere kleinere Tests während des Semesters geschrieben. An der Vancouver Island University studieren Studenten aus der ganzen Welt und in Gruppenarbeiten erfahre ich viel über die anderen Kulturen.

Ich bin schon sehr gespannt, was mich in den nächsten zwei Monaten hier noch alles erwarten wird.

Liebe Grüße aus Kanada,

Angelika