- Bericht aus Ghana, Westafrika

Akwaaba (Willkommen) in Ghana, Westafrika!

Ich, Celine Haber (18), absolviere einen einjährigen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Effiduase, Volta-Region, Ghana. An der privaten American Cooperative School unterrichte ich die jeweils zweizügigen Jahrgänge 4-6 im Fach Deutsch. Nun bin ich schon seit zwanzig Tagen hier. Der Unterricht ist auch für mich als Lehrerin sehr interessant, da ich zum ersten Mal jemanden unterrichte – und dann auch noch auf Englisch.

Man kann sich den Schulalltag wie in Deutschland vorstellen. Die Kinder sind mal ruhiger, mal lauter. Einige Klassen lassen sich besser unterrichten, andere weniger. Aber im großen und ganzen findet man doch einen Weg, das Unterrichtsziel durchzusetzen. Sei es durch schriftliche Aufgaben, an denen sich die Schüler dann doch eifrig beteiligen oder das Androhen der auch hier ungeliebten Hausaufgaben.

Eine kleine Herausforderung stellt sich mir doch: Das große Gebäude, in dem ich unterrichte, ist momentan noch im Bau. Die Klassenzimmer haben keine Türen und man hat immer einen gewissen Geräuschpegel, gegen den man anreden muss. Aber auch das klappt gut und ich werde verstanden (nur manchmal verstehe ich die Kinder nicht, wenn sie zu leise reden).

Ich wohne in einem weiteren Schulgebäude, zusammen mit zwei Lehrern und einem Angestellten, der in der Administration arbeitet. Dort habe ich mein eigenes Zimmer und ganz wichtig: ein Moskitonetz. Madame Linda kocht für mich und ich habe schon einige Lieblingsgerichte, wie Porridge (eine Art Haferbrei) mit Erdnüssen und Zucker oder Yollof Reis (Reis mit Tomaten, Paprika, Chilli etc.).

Die anderen Lehrer und Angestellten sind alle sehr nett zu mir. Einige Klassenlehrer, die während meines Unterrichts oft mit in der Klasse sitzen, lernen doch tatsächlich auch etwas Deutsch für sich. Im Gegenzug dafür, wird mir dann auch die Ortssprache „Twi“ beigebracht. Die Basics kann ich zum Glück schon. Wenn ich nicht unterrichte oder mir die Zeit vertreibe, helfe ich in der Administration oder mache Ausflüge am Wochenende. Ich war schon in einer Baptist Church, in Kumasi (die zweitgrößte Stadt hier) und am Lake Bosomtwe. In der Hauptstadt Accra war ich die ersten Tage nach meiner Ankunft während des „Arrival Camps“.

Ich würde sagen, ich habe mich schon ganz gut eingelebt und es wird immer besser. Außerdem liebe ich es, dass das Obst hier so günstig ist (1 Ananas und 14 Bananen für umgerechnet nicht mal 2€). Was schon weniger schön ist, sind die ganzen Abgase der Autos und die Stromausfälle (aber es lässt sich erstaunlich gut damit leben). Außerdem wird man als Weiße sofort in eine Schublade gesteckt: in die der vermeintlich „Reichen“. Dies ist eine sehr gute Erfahrung für mich und man wird gegenüber dem Thema Diskriminierung aufgrund der Herkunft sensibler. Den Umgang damit nennt man „Critical Whiteness“. Ich bin wirklich sehr dankbar für diese Erfahrung.

Wer Ghana wirklich für sich entdecken möchte, dem empfehle ich jedoch einen eigenen Besuch oder das Lesen von weiteren Berichten anderer Freiwilliger.

Medaase (Danke) fürs Lesen!

Celine Haber