- IFK Neujahrsempfang

Zum Jahresauftakt lud der IFK zum traditionellen Neujahrsempfang in die Autostadt. Referentin Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, sprach über den digitalen Wandel in der weltweiten Medienindustrie.

Bücher lesen ohne Papier und Tinte, Radio hören ohne Antenne, Fernsehen ohne TV-Programm oder Videotext. Nachrichten empfangen wann, wo, wie oft, von wem und von wo man will. Das ist die Zukunft der Medien – flexibel, individuell und digital.

Anke Schäferkordt ist die diesjährige Referentin zum Neujahrsempfang des IFK in der Autostadt. Sie spricht auf der Bühne des Themenkinos über die Zukunft der Medienindustrie wie von einer bereits festgeschriebenen Entwicklung. Die Medienexpertin nennt Zahlen und Fakten, stellt konkrete Fragen an das Publikum, dessen Antworten sie bereits kennt. „Die Digitalisierung hat die Medienbranche komplett umgekrempelt und sie tut es immer noch“, resümiert die RTL-Chefin.

Im Jahr 1991 begann Anke Schäferkordt ihre Karriere bei dem Fernsehsender in Köln, 1995 erfolgte ein Wechsel zu VOX, wo sie ab 1999 als Geschäftsführerin agierte. 2005 führte ihr Weg zurück zu RTL, seitdem trägt sie die Gesamtverantwortung der Mediengruppe RTL Deutschland. Gemeinsam mit Guillaume de Posch ist die studierte Betriebswirtin zusätzlich CEO der RTL Group.

Anke Schäferkordt kann auf jahrelange Erfahrung in der Medienbranche zurückgreifen. Sie weiß, wovon sie spricht, denn als Chefin des Fernsehsenders RTL kennt sie die Fakten: Zielgruppenstatistiken, Klickzahlen, Einschaltquoten. „In Deutschland sieht jede Person am Tag circa 3 Stunden und 40 Minuten fern“, weiß die Referentin. Doch weiß sie auch von der abnehmenden Tendenz, je jünger die Zielgruppe. Insbesondere die unter 30-Jährigen verbringen immer weniger Zeit vor ihrem statischen Fernsehgerät als noch vor einigen Jahren. Der Grund: „Etwa 64 Prozent der Deutschen besitzen mittlerweile ein Smartphone“, sagt Anke Schäferkordt.

Über dieses lesen und sehen sie Inhalte auf Abruf, jederzeit, an jedem Ort. Ganz ohne Couch und Knabberei, sondern in der U-Bahn auf dem Weg zum Sportstudio. Mobile Nutzung dank Digitalisierung, die wahrscheinlich jüngste Revolution in der Medienwelt. Kinder werden mit den neuen technischen Möglichkeiten früh in ihrem Alltag vertraut. Die Medienexpertin erklärt das Phänomen der „Digital Natives“, eine inzwischen gegenwärtige Bezeichnung einer ganzen Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen.

Mit einem Blick über die Fernsehbranche hinaus zeichnet Anke Schäferkordt im Laufe ihres Vortrages das Bild des digitalen Wandels fort. Über Printmedien und Buchhandel schlägt sie einen Bogen zum Radio- und Musikgeschäft. Dabei erklärt sie dem Publikum Experten-Vokabular anhand bildhafter Beispiele. Ausschnitte aus dem persönlichen Alltag runden ihre Ausführungen ab und sorgen in den gefüllten Reihen des Themenkinos für reges Interesse.

IFK-Präsidentin Elisabeth Pötsch begrüßte zu Beginn des Abends alle Anwesenden zum mittlerweile 10 Neujahrsempfang des Vereins. In Ihrer Ansprache legte sie das Augenmerk auf die derzeitige Herausforderung der Aufnahme und Integration von Menschen aus Kriegsgebieten. Sie dankte allen Helfern und Unterstützern bei der Bewältigung dieser gesellschaftlichen Aufgabe und betonte:

„Lassen Sie uns zusammen halten und unterscheiden zwischen Menschen guten und schlechten Willens, nicht aber zwischen Hautfarben und Sprachen.“

Der Neujahrsempfang ist die traditionelle Auftaktveranstaltung des Vereins zum Jahresbeginn. Es referierten auch in den vergangenen Jahren bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Medien, Kunst & Kultur. Dank der großen Unterstützung der Autostadt als Partner des IFK fand die Veranstaltung wieder im Themenkino statt.