- Fahrt der L.d. Vinci Gesamtschule nach Auschwitz

Im Juni 2015 unternahm die Antirassismus AG der Leonardo da Vinci IGS Wolfsburg eine vom IFK geförderte Bildungsfahrt nach Auschwitz und Krakau. In einem umfangreichen Bericht haben sich die Schülerinnen und Schüler nun mit ihren Erlebnissen auseinandergesetzt.

Die „Arbeitsgemeinschaft Antirassismus“
Ein Teilnehmer beschreibt das Angebot der der Leonardo da Vinci IGS Wolfsburg:

„In der Antirassismus AG lernen wir den richtigen und respektvollen Umgang mit Menschen. Zusammen mit dem Sozialarbeiter unserer Schule – Dimitri Tukuser – planen wir zudem verschiedene Ausstellungen und Projekte zu den Themen: ‚Was ist Rassismus? – Und wo fängt Rassismus an?‘ Angefangen mit Mobbing und Vorurteilen bis hin zum Antisemitismus haben wir die vielen Facetten des Rassismus behandelt. Zuletzt haben wir eine Ausstellung mit dem Titel „Kinder im Krieg“ in der Schule organisieren, durchführen und betreuen können.“

Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
Nach den wöchentlichen Vorbereitungen folgte im Juni 2015 der Höhepunkt der kontinuierlichen Arbeit der Teilnehmer über das Schuljahr hinweg: die Fahrt nach Oswiecim/Auschwitz und Krakau. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben ihre Eindrücke bei der Besichtigung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau:

„Am Sonntag, den 28.06.2015 waren wir gleich nach dem Frühstück zur Führung von Auschwitz-Birkenau II aufgebrochen. Dort erwartete uns, ein heftiges emotionales Erlebnis. Schon von weitem konnte man die Mauern, die Wachtürme und Baracken sehen. Von innen sah es viel größer aus als von außen gedacht. Das Konzentrations-lager in Auschwitz war das größte und heute bekannteste deutsche KZ.

Von einer sehr netten Touristenführerin wurden wir durch das Lager geleitet. Dabei besichtigten wir sowohl Holz- als auch Backsteinbaracken, in denen – spärlich ausgestattet – eine große Anzahl an Menschen untergebracht war. Auch die notdürftig eingerichteten Sanitäranlagen waren menschenunwürdig. Die etwas abseits gelegenen Krematorien sind heutzutage nur noch Ruinen. Kurz vor der Befreiung sprengte die SS die Gebäude zur Beweisvernichtung. Ebenso wurde das Lager, bekannt als Lager Canada, zerstört und die konfiszierten Wertsachen der Häftlinge versteckt. Unweit entfernt befand sich ein Teich, in dem die Asche der Häftlinge aus den nebenstehenden Krematorien entsorgt wurde. Dies hat uns alle sehr mitgenommen. Außerdem haben wir erfahren, dass die Ärzte im KZ die Selektion von arbeits- und versuchstauglichen Menschen durchführten, die zu vielen in einem Holzwagen transportiert wurden.

—An die Besichtigung von Auschwitz II schloss sich eine Stadtführung an, bei der die Gruppe ein Jüdisches Museum und eine Synagoge besichtigte.

—Stadtrundgang durch Krakau
—Im Programm der Bildungsfahrt war zudem ein Aufenthalt in Krakau vorgesehen, welchen die Jugendlichen ebenfalls dokumentierten:

„Nach zweistündiger Fahrt von Auschwitz nach Krakau kamen wir in unserem Hostel ‚Aleje28‘ an. Dort haben wir zuerst die Zimmer eingeteilt und packten unsere Koffer aus. Danach ging es auch schon los. Wir gingen am Fluss ‚Westa‘  vorbei und weiter zur ‚Kathedrale Wawelska‘, wo wir uns mit unserer Stadtführerin trafen.

Sie hat uns sehr viel über die Stadt, die Kultur und das Leben in Krakau erzählt. Wir waren auch in mehreren Kathedralen und Kirchen. Danach durften wir Krakau auf eigene Faust erkunden. Viele waren in der Stadtgalerie Krakau, auf dem Markt oder in kleineren Läden. Abends trafen wir uns alle wieder in unserem Hostel und besprachen mit unseren Betreuern, wie wir die Fahrt mit Texten und Fotos festhalten wollen.“ 

Die Leonardo da Vinci IGS Wolfsburg erhielt im letzten Jahr die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Das Projekt hat zum Ziel, das Klima an der Schule aktiv durch die Schüler- und Lehrergemeinschaft mitzugestalten und bürgerschaftliches Engagement zu entwickeln. Der Titel stellt eine Selbstverpflichtung der Schule dar, sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu wenden.