- Ein Auslandssemester in Shanghai

Wie es ist, ein Semester in einer der kontrastreichsten Weltmetropolen zu studieren, berichtete David Görg den Young Friends am Abend des 24. April in einem Vortrag über seinen Auslandsaufenthalt in Shanghai.

 

David, 22 Jahre alt und seit 2010 Student für Fahrzeugtechnik an der Hochschule Ostfalia am Standort Wolfsburg, besuchte von September 2012 bis zum Januar diesen Jahres die Tongji-Universität im Rahmen des CDHW (chinesisch-deutsche Hochschule für angewandte Wissenschaften) – Austauschprogramms. Die Teilnahme ermöglicht ihm interkulturelle Erfahrungen im asiatischen Raum zu sammeln und sein Studium mit einem deutsch-chinesischen Bachelor abzuschließen.

Der Campus als Kleinstadt

Die Unterschiede zu seinem Heimatland begegneten ihm bereits am ersten Vorlesungstag. „Meine erste Anschaffung in Shanghai war ein Fahrrad. Der Campus dort ist eine Kleinstadt, mit Supermärkten, Sportstätten und sogar einem eigenen Krankenhaus“, schilderte David die überdimensionalen Verhältnisse an der chinesischen Universität. Gemeinsam mit sechs weiteren Ostfalia-Studenten wohnte er direkt am Campus und bahnte sich jeden Tag seinen Weg zu den Seminaren durch die Studentenmassen. Die Vorlesungen wurden auf Englisch gehalten, die chinesischen Studenten besuchen jedoch bereits ab dem ersten Semester den Deutschunterricht. „Der Leistungsdruck unter den Chinesen ist viel ausgeprägter, da sie sich gegen viele Mitstreiter behaupten müssen. Die Familien investieren zudem sehr viel Geld in die Ausbildung ihrer Kinder“, zieht David einen Vergleich zu Deutschland.

Shanghai – Metropole voller Gegensätze

In den vorlesungsfreien Zeiten fand der Austauschstudent etwas Zeit, die chinesische Megacity, die sogar abends „taghell“ ist, zu entdecken. In den rund um die Uhr geöffneten Läden probierte er sich durch die kulinarischen Erlebniswelten und bestaunte die kolonialistische Architektur von russischen Zwiebeltürmen bis zu überhohen Wolkenkratzern. Im Gegensatz zur menschenüberfluteten Innenstadt mit Lärm und Verkehrschaos, entdeckte David Oasen der Ruhe bei einer Tasse Tee in buddhistischen Tempeln.

Eine Reise durch das Land der Mitte

Am Ende seines Auslandssemesters erfüllte sich der Ostfalia-Student noch einen Wunsch: er reiste quer durch China. Anhand beeindruckender Bilder erhielten die Young Friends einen Eindruck von der Atmosphäre, die am jeweiligen Punkt der Reiseroute herrschte. So erklomm David einen Teil der chinesischen Mauer bei Peking, besichtigte die Tonfigurenarmee in Xian, konnte Pandababys in Chengdu live bestaunen und genoss auf der südlichen Insel Hainan, dem „Hawaii Chinas“, seine letzten Tage im östlichen Großreich. Besonders beeindruckt hat ihn die Aufgeschlossenheit der Chinesen gegenüber ausländischen Gästen. Während seines gesamten Aufenthaltes erfuhr er Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit. „China ist ein beeindruckendes Land mit allerlei kulturellen Facetten. An jeder Ecke erwartet einen etwas Unerwartetes und doch fühlt man sich nicht als Eindringling“, schloss David seine Präsentation.

Die Teilnahme am CDHW-Austauschprogramm wurde dem Ostfalia-Studenten unter anderem durch eine finanzielle Unterstützung des IFK ermöglicht. Im September wird er erneut für ein Semester gen Osten aufbrechen.